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C18

Link: linnaeus.c18.net/Letter/L2863 • Lorenz Spengler to Carl Linnaeus, 10 January 1761 n.s.
Dated 10. Jan. 1761. Sent from København (Denmark) to (). Written in German.

Hochwohlgebohrner Herr Archiater, und
Ritter vom Nordstern Orden,

Ich habe sehr öfters gewünscht eine Gelegenheit zu haben Ew. Hochwohlgebohrnen durch eine ergebene Zuschrift aufwarten zu dörfen, um das Glück zu geniessen von Dennenselben gekant zu werden. Die Bekantschaft mit dem Herren Professor Forskål hat mir diese Ehre anjezo zu Wege gebracht. Sr. Hochgräfl. Excellenz der Graf von Moltke haten mir gnädigst aufgetragen in Dero Natural. Cabinet die Conchylien in ordnung zu bringen und zu rengieren. Gemelter Herr Professor erbote sich diese vergnügte Arbeit, während der Zeit seines hiesigen Aufenthalts, verrichten zu helfen. Wer war freudiger als ich unter einem so grossen Kenner und geschickten Man, der gewiss seinem grossen Lehrmeister Ehre machet, diese Arbeit verzunehmen. Der H. Forskål rengierte also diese Conchylien Samlung nach Ew. Hochwohlgeb. S. N. und fieng an zu gleicher Zeit einen Catalogue raisonnée über dieselbe zu schreiben. Aber leyder, die entfertige Abreise verhinderte das er nur allein die Multivalves und Divalves beschreiben konte, welche Beschreibung den auch als den ersten Theil, mit allernächstem im Druck erscheinen wird. Diese Arbeit erweckte in mir die Begierde meine eigene Conch. Samlung nach derselben Methode zu ordnen und hiebey fande ich unter meinen Doubleten verschiedene Stücke welche wir in der N. S. nicht gefunden. Und wie glücklich schätzte ich mich, da mir der H. Prof. Forskål versicherte das er Ew. Hochwohlgeb. nicht unangenehm seyn würde, wan ich einige dieser Stücke an dieselben schicken solte. Ich habe mir also die Freyheit genohmen mit dem Herren Falk, zwey Schachteln mit Naturalien an Ew. Hochwohlgeb. zu senden. Die einte enthält mehrentheils Conchylien die entweder nicht in Dero N. S. vorgekomen, oder von welchen wir nicht gewiss waren ob es dieselbigen sind die wir daselbst darvorgehalten haben? Der Herr Forskål hat entweders die Nummer noch Dero N. S. oder aber den angenohmenen Nahmen inwendig in die Schneke oder Muschel geschrieben, und wie glücklich wolte ich mich achten wen Ew. Hochwohlgeb. mich mit einer Nachricht beehren wolten, ob diejenigen Stücke nach der angenohmenen Nummer richtig wären? Ich hate von allen diesen übersendten Conchyl. ein Verzeichniss liegend, welches ich bey diesem Schreiben einschliessen wolte, und zum Unglück habe ich es unter meinen Papieren verlegt das ich es nicht finden kan, ich werde es aber nach der Zeit senden, wen ich solches allem Vermuhten nach wider finden werde. Auf dem Boden dieser Schachtel habe auch einige Stücke Islandischen Zeoliht und von dem verdoppelten Seleniten Spaht beygepackt, weil ich mit diesen producten zimlich versehen, und die vielleicht Ew. Hochwohlgebohrnem angenehm seyn möchten. In der kleineren Schachtel habe ich lauter fossillien übersendet, alles auss Issland herstammend, nemlich noch eine Neue art Zeoliht, viellerley Arten Agahten und Jaspis, Chalcedons mit wunderlichen Eindrücken, Cachelongs, versteinert Holz, wie auch versteinerte Muscheln welche inwendig theils petrificirt theils Crystallisirt sind extr. Aussert der Schachtel ein Stück schwarzen, so genanten Isländischen Agaht, wovon ich Stücker besize die 126 tt. eines alleine wiegen. Da Herr Falk schon verreiset war, so fande ich noch viele Conchylien wovon ich glaube das sie Ew. Hochwohlgeb. neue seyn möchten, ich muss dierselben also auf eine andere Zeit senden. Wen Ew. Hochwohlgeb. die Gütigkeit haben wolten und diejenigen Conchylien mir geneigt in dennen auctores anzeigen, die Dennenselben noch fehlen, so dürften sich unter meinem Vorraht vielleicht manches Stück finden welches ich, ohne mir Schaden zu thun, Ew. Hochwohlgeb. mit aufwarten könte, und woraus ich mir gewiss eine grosse Ehre machen würde. Es ist dieses eine Pflicht welche einen jeden Liebhaber hiezu verbinden solte, eine so grosse Anzahl wie schon in Dero Nat. System. bekant sind, noch vermehren zu helfen, welches bey einer neuen Auflage dieses unschäzbaren Werckes, dennen Kennern und Liebhabern sehr angenehm und nüzlich seyn solte. Die Conchyliologie ist meine Hauptpassion, den nach meinem Metié widme ich derselben fast alle müssigen Stunden. Ich habe dahero einen zimlichen Vorraht aus allen Welttheilen zusammengebracht, und bald mit jedem Tag wird derselbe vermehret, da inmittelst meine Begierde in dieser Wissenschaft etwas gründliches zu erlernen unersättlich ist. Der Herr Regenfus hat mir auss eigener Bewegung die Commission ertheilet, Ew. Hochwohlgeb. seinen ergebensten Dank zu bezeugen, das Dieselben sein Muschelwerck einer, vor ihn so nüzlichen, anpreisung gewürdiget. Er hat mich ersuchet den Text von dem ersten Theil seines Werkes (wovon er vor einigen Jahren die Illuminirten Tabellen durch die Besorgung des Herren Prof. Krazensteins albereits zu übersenden die Ehre gehabt hat) mit dem schönen Dedications Kupfer Ew. Hochwohlgeb. gleichfals zu übersenden, welchen ich dem Herren Falk mit zu geben nicht ermangeln wollen. Heute vor acht Tagen musste die ganze arabische Gesellschaft zu Schiffe gehen, und am mitwoch darauf giengen sie endlich unter Segel. Gott begleite diese guten leute, was wäre es nicht vor ein Schaden, wen der Herr Professor Forskål nicht wieder zurückkomen solte? Ein Man von seiner Art is meines Bedünckes fast zu Gut eine so gefährliche und weite Reise über sich zu nehmen, und den man hier in Copenhagen mit eben so grossem Nuzen hete brauchen können. Ich bedaure insbesondere das er die univalves bey dem obgemelten Catalogum nicht auch beschreiben können. Er hat mich zwar bereden wollen das ich mit demselben fortfahren könte, nachdem jedes Stück schon nach dem S. V. S. numerirt ist. Es ist wahr, ich würde es vielleicht wohl so gut machen, als irgend ein hiesiger Gelehrter, aber so zu machen wie der Herr Forskål müsste man auch einen Linaeum zum Lehrmeister gehabt haben, und zugleich seine Talente besitzen. Wie viel Ursache habe ich nicht, wegen länge meines Briefes um Verzeyhung zu bitten. Doch ich weis Ew. Hochwohlgeb. vergeben mir diesen fehler, künftig werde ich ihne zu vermeiden Trachten. Ich habe die Ehre mit einer Gränzenlosen Hochachtung zu verharren

Hochwohlgebohrner Herr
Ew. Hochwohlgebohrnen

Copenhagen d. 10 Jan. 1761.

Ganz ergebenster Diener
Lorenz Spengler
Königlicher bestatter HofKunstdrechsler
Wohnend in der Seidenstrass.

P.S. Wenn Ew. Hochwohlgeb. mich mit einer geneigten Antwort beehren solten, so wolte ich gehorsamst und unmassgeblich biten das solches in der Schwedischen Sprache geschehen möchte, weil dieselbe mir sehr verständlich ist.

upSUMMARY

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upMANUSCRIPTS

a. original holograph (LS, XIV, 206-207). [1] [2] [3]

upEDITIONS

1. “Af Linnés brevvexling” (1871), p. 435   p.435.