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C18

Link: linnaeus.c18.net/Letter/L3312 • Johan Gerhard König to Carl Linnaeus, 26 October 1763 n.s.
Dated 26. October 1763.. Sent from København (Denmark) to Uppsala (Sweden). Written in German.

Hoch-Wohl-Gebohrner Herr,

Ich habe die Ehre Ew. Hoch-Wohlgebohrnen meinen untertänigsten Danck abzustatten, für die vor einigen Jahren bey meinem Aufenthalt in Upsala besondere zugestandene Vortheile in Erlernung der Botanick. Nur allein bedaure, dass mit meiner Danckbahrkeit so spät mir einfinde, dazu nichts anders Uhrsache gewesen ist, als dass mir nicht habe erdreissen dörfen Sie mit einem so geringen Schreiben zu beschwehren, da ich die Wichtigkeit gekant habe dazu Ew. Hoch-Wohl-gebohrnen die zeit zu verwenden haben.

Jetzt würde es mir ein Wesentlicher Vortheil seyn, wenn dass Glück haben könte mein Herbarium Ew. Hoch-Wohlgeb. vor Augen zu lesen, da es denn Zuwachs auf 300 Kräuter erhalten hat, allein dahmahlen wie diese Ehre in Upsala genoss war es nur um schlechten Zustand.

Nun da in Erwartung bin eine Belohnung für eine Mühe zu erhalten, die nur Ew. Hoch-Wohlgeb. am besten kennen, werde von einem Schwarm böser Menschen umbgeben, die mir auch dass Mühseeligste Stückchen Brodt missgönnen.

Ihro Königliche Majestaet von Dännemarck, haben gnädigst geruhet mir zu beordren, nach Dero Amerikanische Eyländer hin zu reisen umb die daselbst wachsende Pflantzen aufzuzeichnen, auch wo möglich neue zu entdecken, wozu d. H. Professor Öder mir eine Instruction verfertigen soll. Ausser dehin werde eine Instruction von Ihro Hoch-Gräfflichen Excellentz d. H. Ober Hoff Marschall von Moltke erhalten, welches eine Aufsamlung aller dort forfallenden Naturalien betrifft.

Darf ich Ew. Hoch-Wohl. Gebohrnen gehorsamt ersuchen umb einen besonderen Unterricht, welches Sie zu beobachten nötigst hatten, Ich weiss wo dieses erlange dass es für mir sehr wichtig seyn wird. An meinem Theil werde nichts ersparen Dero Willen bestens auss zu richten, und mit aller Treue ein zu liefern, wass ich beobachten werde.

Ich bin in sehr verdriesslichen Umständen mit d. H. Professor Öder gesetzt worden, indehm jemand in Upsala auf meiner Rechung durch Plaudereyen sich die Gewogenheit d. H. Professor Öders erkaufen will. Dieser hat mich durch ein noch gantz neulich eingegangenes wiederholtes Schreiben angegeben dass ich die Uhrsache zu der Zuristigkeit welche zwischen Ew. Hochlwohlgebohrnen und d. H. Professor Öder, wäre; so niedrig wie diese Sache ist, so hat es einen Mann getroffen der hierzu gehör giebt, und wodurch ich gar zu sehr leyden muss.

Ew. Hochwohlgeborhnen wissen es am besten, wie gross Unrecht mir angethan wird und mein vestes zutrauen zu Dero Gross-Muth lässt mich hoffen Sie werden einen verfolgten gütigen Beystand leisten, und die Gerechtigkeit beypflichten. Deswegen ergeht meinige Demütige Bitte an Ihro Hochwohlgeb Sie wollen gütigst geruhen mir durch einen Brief von dieser verdrisslichen unbilligen und meinem Glück und meiner Ehre so nachteiligen Sache freyzusprechen. Ich erwarte in Zuversicht auf Dero gütiges Hertz eine baldige erhörung meiner Bitte und In solcher Gesinnung bin mit der vollkommensten Hochachtung und Ehrfurcht zeitlebens

Ewer Hoch-Wohl-Gebohrnen
Untertänigster Diener
Johann Gerhard König.

Copenhagen d. 26. October 1763.

Die adresse an mir sit auf der Fridrichs Hospitals Apotecke, die sicherste.

upSUMMARY

Johan Gerhard KönigKönig, Johan Gerhard
(1728-1785). Danish. Physician, born in
Polish Livonia. Private pupil of
Linnaeus in 1757. Visited Iceland. Went
to Tranquebar in India, to Thailand and
Ceylon. He died on his way to Tibet.
Correspondent of Linnaeus.
thanks Linnaeus for the time when he had been in Uppsala and been taught botany by Linnaeus. He regrets that he is so late with this, but he did not think it proper to disturb Linnaeus with this matter earlier.

Now, however, König would be glad to be able to show Linnaeus his herbarium, which has grown to the size of 3,000 species. It was in very bad shape when König was in Uppsala.

König expects to receive some reward for his work in botany, a reward of a kind that Linnaeus is very familiar with, but König feels that several people around him envy him for this.

The reward is that the King [Frederik VFrederik V, (1723-1766).
Danish. King of Denmark. Reigned
1746-1766.
] has ordered him to go to the Danish isles situated near America and to list the flora of these islands, which should mean that new species are discovered. He will receive detailed instructions from Öder [Georg Christian von OederOeder, Georg Christian von
(1728-1791). German/Danish. Botanist
and economist. Studied under Albrecht
von Haller in Göttingen and became
professor of botany at Copenhagen.
Minister of finance for Norway. Started
the publishing of Flora Danica.
Correspondent of Linnaeus.
] and von Moltke [Adam Gottlob MoltkeMoltke, Adam Gottlob
(1710-1792). Danish. High court
official at Frederik V, statesman and
diplomat.
] in these matters. However, König is eager to get detailed advice from Linnaeus as well, and in return König will report what he may find to Linnaeus and also fulfil any wishes that Linnaeus may have.

Difficulties have arisen in König’s relations with Oeder, since somebody in Uppsala wants to ingratiate himself with Oeder by slander. According to a recent letter that König has seen, König has been indicated as the cause of disagreements between Oeder and Linnaeus. This is not true, but it has reached somebody who believes in it, and König is suffering badly from this.

König is troubled, and he implores Linnaeus to do what he can to exonerate König, preferably by a letter.

P.S. König gives his address in Copenhagen.

upMANUSCRIPTS

a. original holograph (LS, VIII, 131-132). [1] [2] [3]