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C18

Link: linnaeus.c18.net/Letter/L3793 • Johan Gerhard König to Carl Linnaeus, 27 September 1766 n.s.
Dated 27. Septbr. 1766. Sent from KÝbenhavn (Denmark) to Uppsala (Sweden). Written in German.

Hoch-Wohl-Gebohrner Herr Ritter
und Archiater v. Linne!

Ewer Hoch-Wohl-Gebohrnen zwey Schreiben an mir habe von d. H. Zoega erhalten, für welcher angethanen Ehre ich hiermit meiner untertänigsten demühtigsten Danck ablege.

Ich bin sehr erfreuet worden dass die mir neu vorgekommene Pflantze, auch für ein besonders neues genus von Ew. Hoch. Geb. erkant worden ist. Ich bitte hier mit und überlasse nach Dero Gutachtung es zu benennen, wie Sie gefällig ist, nur diesses verdriss mir dass ich die 3 Stigmata nicht habe gewahr werden können, weswegen ich hiedurch mich aufs besser hiedurch excusiret zu seyn ausbitte. Dazu war ich auch nur mit einem simplen Microscop zu dieser Reise versehen.

Dass einige incomplete Fuci in Dero Händen von mir gekommen sind, ist nicht meinem wissen geschehen, jetzt habe die Ehre einige hiermit überzuschickken, ins künfftige werde durch Gelegenheit mehrere übersenden darunter einige seyn werden die ich noch aus Faerö erwarte.

Den Fucus No. 21 nach meinem Catalogo, glaube gewiss dass es eine besondere und von allen andern Fucis sehr abgeschiedene species seyn wird, ich habe sehr viele von dieser Species eingelegt, und unzählige gesehen, alleine keine Abänderungen gefunden zu andren Speciebus, es folget eine Zeichnung davon mit von der Hälffte einer Pflantze nach dem Leben, ich habe es dieses mahl nicht completer kriegen können.

No. 31 wächst sehr häufig am Fuco nodoso, deren Enden sind Fructificantes, die Fructification bestehet aus kleinen, rugosen Knöpffchen, niemahlen habe diesse Pflantze grösser dickker, oder zugespitzer gefunden als welche ich die Ehre gehabt habe zu übersenden, Fucus fastigiatus wächst sehr häufig bey Copenhagen, wenig in Islandt.

No. 32 kann mit der grössten Aufrichtigkeit melden dass ich viele 1000 mit samt dem Fuco No. 22 in Händen gehabt habe sie wachsen beyde zu einem Ufer, der erste aber nur immer an Steinen und am Boden des Meeres, der Fucus No. 22 dessen feinsten ramenta die zu erst aus denen Fructifications Knöpffchen herfür wachsen sind gleich stärcker, plattgedrückt Callöh durchscheinendt roth, erstere aber sind in alle Älter immer schwartz röthlich, ihre Ästchen sind rundlich.

Von No. 33 folgen die besten exemplare mit, die ich gehabt habe. Der Fucus Sanguin. hat nicht immer einen Frondem integerrimum, wie die mitfolgende Probe zeiget, diese Abänderung fält ziemlich häufig in nordlichen Theil von Island.

Vom Fuco 29 erwarte aus Faerö, zu Ew. H-Wohl-Geb. zugleich mit dem Fuco Ceranoide globulis verrucosis signatus. Moriss. 3. Sect. 15. Tab. 9. Fig. 1 es ist die Zeichnung nicht eben die richtig, der Globus, oder welches bey Ihm ein Kuchen ist, ist viel zu gross, nach der gezeichneten grösse, bey einer Pflantze von 4. bis 6. Ellen, würde es die Grösse eines wagen Rades haben, ich übersende eine kurtze Beschreibung jetzt so wie ich es auf Faerö ohnweit Bergen in Norwegen gefunden habe, ich glaube gewiss diese specieuse Pflantze ist die am tiefsten unter dem Wasser wächst bey Faerö wächst es auch häufig in Island habe es nicht gefunden, der Anfang der Pflantze ist meine runde lederhaffte Blasse, die Stengeln sind rund zusammengedrückt kaum (die dieckesten Äste) eines Fingers dick. Die Oberfläche der Pflantzen die ich gesehen habe sind immer in ihrer Oberfläche glatt gewesen, und nicht mit verrucis besetzt, ihre Farbe ist wie bey dem Fuco nodoso schwartzlich grün, ich nahm einige mit aus Norwegen sie verdorben, und werden unansehlich auf der Reise.

Der Fucus Moriss. sect. 15. Tab. 8. Fig. 2. p. 646 angustifolius palma in modum divisis velut crispis, wächst in Norw. bey Arendal auf denen Oster Schaalen häufig, welche mir auf der Reise mit verdorben sind, von dem Fuco des Moriss. Sect. 15. p. 647. Tab. 8. Fig. 12 angusto vesiculis fungosis bifurcato. Habe letzt versäumt an Ew. Hoch. Wohlgeb. zu überschickken ich wurde verführt zu glauben dass es Dero Fucus divarictus wär, jetzt habe meinen Irthum erkant, es wächst sehr häufig in Island und Norwegen.

Wegen meinem Ranunculo kann nichts mehreres dazu sagen als dass meiner gelbe Bluhmen hat, die incisiones sind tiefer und anders wie bey dem Ranunculo Hederaceo, welche auch grössere und weisse Blüthen haben.

Die Gentiana No. 8 hielte gleich auch für der ☉a weil aber in der Beschreibung nicht angeführt war dass es einen Capitulum sessile hätte, und das auch die Gentiana einen Limbum acutissimum, flavum haben solte, dass die Äste dem Stengel angedrückt wären, alles dieses fehlte meiner Gentiana, die Figur des Barreir. Kahm auch gar nicht mit über ein dieses hielte mich zurück es für einer Gent. Aurea zu halten.

Die Gentiana No. 7 wächst sehr häufig nur im nordlichen Theil von Isl. unter denen Gebirgen mit denen Gent. Nivalis Amarella Campestris Ciliata, und Swertia, untermischt, ich habe keine Abänderungen in geringsten bemerckt zu Gent. Campestr. eher hat die Gent. ☉a sich dieser genähert ich habe tbj. getrocknet von dieser Spec. Gentianae mit gebracht und versichere aufs heiligste dass sie in ihrer Haubt Structur sich gar in nichts abgeändert hat immer sind die Corollae 4-fida, der pedunculus immer lang, die Äste an der Wurtzel sind immer patentes, und die Pygmaei sind immer acules.

Die Fontinalis überzieht grosse distancen von denen Steilen wänden derer Gebürgen alle sind sie sich der Grosse nach gleich gewesen, die grössten habe in dessen dunckeln und feuchten Hölen gefunden, sonst wächst Fontinalis häufig in denen Ströhmen und Gewässern in Island.

Ich habe offt in Island bey entgangenen Lebens gefahren gewünscht dass auch dass jenige welches mir so viele Beschwerlichkeiten gekostet hat (wie Ew. Hoch- Wohlgeb. besser wissen wie ich es zu sagen mir getraue) dass ich auch dafür von der Welt gekant werden möchte. Da ich dieses Glück nun mehr von Ew. H. W. Geb. zu erlangen sehe, so wünschete auch dass in denen übrigen Reichen meine decouverts darlegen könte, nur dieses Unglück gehet über mier dass ich nicht in einer Sie mehr gefälligen Sprache schreiben kan, Ich bin ein Lieffländer meiner Geburth nach, besitze aber in keiner Sprache mehr macht meine Gedancken mitzutheilen wie in der Teutschen Sprache. Ich habe einige Molluscae zeichnen lassen in Island darunter sind gewiss einige neue Genera, die Beschreibungen habe aber alle auf Teutsch machen müssen es folgen zwey Zeichnungen hiermit, und wo es Sie gefällig ist so will ins künftige die Beschreibungen und durch Gelegenheit die Thiere in herüber schikken, dass eine ist ein Limax und von dem Limax marino des Basters ganz unterschieden, denn des Basters seiner findet sich auch häufig in Island. Die 2te Zeichnung wird ein besonders Genus ausmachen, davon ich eine schönere Species habe ungezeichnet aus Mangel von Zeit zurück seyn lassen müssen, es lebt unter denen Steinen im Meer sind häufig, wetzen sich fort die Farbe ist offt mehr hell grün.

Von dem Genere assidia habe gewiss 4 bis 5 Species, unter diesen ist eine gantz voller Stacheln, wie ein Cactus mammilaris, und diese findet man am häufigsten zwischen denen Fibris von dem Fuco Scopario welcher tieff im Meer gewachsen ist, fest sitzent.

Der Hecla wiesst sehr vielen Sandt und Steine, bissweilen auch Feuer aus in diesem Jahr, es hat damit den 5ten Aprill angefangen hält bis weilen 8 Tage auf und fängt als denn aufs neue wieder an. Im verwichenen Jahr habe dessen Spitzen überstiegen, und fandt öberst eine Spalte, welche Breite ich durch 100 Schritten abgemessen habe, die steilen Wände bestunden aus lauter harten feinen Schwartzen Jaspis und waren unversehrt vom Feuer ich habe noch einige Proben zurück davon. Diese Seiten Wände waren gewiss über 100 Ellen hoch, nach denen Enden ging es schrähe ein, der Boden (fundus) war (ich weiss nicht wie tieff) mit Schnee angefült, merckwürdig war es dass die Compasse welche mit mir hatte nicht mehr die Pole anzeigten so lange ich auf dem Rückken des Berges war.

Meine Pflicht fordert es dass ich Dero Würde nach Sie in einer Sprache antworten solte die Ew. Hoch Wohl Geb. mehr gefällig sind, ich habe dess wegen schon vorher mier excusiret, und wiederhole meine demütigste Bitte hier nochmahlen dass Sie gütigst mier es der Unvermögenheit wegen verzeihen wollen. Meine Hochachtung bleibet indess unbegräntzt für Dero hohen Verdienste, und habe die Ehre zeit lebens zu seyn

Ewer Hoch-Wohl Gebohrnen
Dienstuntertänigster Diener
Joh. Gerh. König.

Copenhagen d. 27 Septbr. 1766.

146. Lapp. i sedesformat med figurer, märkt No. 18.

147. Lapp. i sedesformat med figurer.

148. Lapp. i sedesformat med följande innehåll: Ratio denominationis HBae Baldursbrä haec est. Filium habuit ODINUS Balldur. Optimus fuit Filiorum ODINI, et ab omnibus laudatus, aspectu tam pulcher et albus, ut facies ejus radios velut splendentes emitteret; hinc herba quaedam albissima assimilabatur Balduino (Baldre) et nomine venit Baldurs brä, tam alba quam supercilia Balduini. Islandico n. idiomate supercilia vocantur Brär. Planta apud Islandos sic dominata est Matricaria (nodosa) maritima.

Descriptio Fuci Cerandoide globulis verrucosis signatus. Moriss. Hist. Sect. 15. p. 648. Tab. 9. Fig. 1. Radix Fibrosa, Fibris crassis, supra quas Corpus unicum globosum coriaceum subsessile, intus cavum villosum, diametro pollicari.

Frons e summitate globi filiformis compressus crassitiae digiti minoris, parum ramosa dichotoma alterna ad apicem paululum alternata habitat in Oceano Atlantico & Norvegico copiose suis locis.

Es folget hiernachst mit unter vorigen Nummern:

Fucus 2

Fucus 33

Fucus 23

Fucus 31. Eine varietaet vom Fuco Alato.

Ist es Ewer Hoch Wohl-Gebohrnen gefällig auch zur abgabe auf der Fridrichs- Hospitals Apotecke Dero Brieffe an mier zu beordren so bekomme die Brieffe auch gantz gewiss.

[There are three pictures on fol. 147]

upSUMMARY

Johan Gerhard KönigKönig, Johan Gerhard
(1728-1785). Danish. Physician, born in
Polish Livonia. Private pupil of
Linnaeus in 1757. Visited Iceland. Went
to Tranquebar in India, to Thailand and
Ceylon. He died on his way to Tibet.
Correspondent of Linnaeus.
thanks Linnaeus for two letters [these letters have not come down to us] that he has received through Johan ZoëgaZoëga, Johan (1742-1788).
Danish. Botanist and economist.
Linnaeusís student 1762-1764.
Correspondent of Linnaeus.
[see Zoëga to Linnaeus, 14 June 1766Letter L3765].

König is very glad that Linnaeus had agreed with him that a plant, which König had considered to be a new genus, really was so, and he asks Linnaeus to decide on its name. He is a little surprised that he had not discovered the three stigmata, but he thinks that the microscope he had to use was not good enough.

Linnaeus had complained that some of the specimens of kelp were incomplete, but König assures that he does not know anything about this. He sends some more, and there will be more, since he expects to receive some from the Faeroes.

König is sure that the kelp No. 21 in his list is a very special species, unlike all others. He has seen very many of it, and they are all alike. König encloses a drawing of half a plant, made from a living specimen; König has not been able to draw a complete specimen.

No. 31 is common with Fucus nodosus. Its fructification consists of small hairy buds. König has not seen better specimens of this than those previously sent to Linnaeus. Fucus fastigiatus is common near Copenhagen, but it is rare in Iceland.

About No. 32, König can report that he has had several thousands of it, together with No. 22 but always on stones and on the bottom of the sea. No. 22 has flat branches and a bright red colour, while No. 32 is dark red with round branches.

König encloses his best specimens of no. 33. Fucus Sangvir. does not always have full leaves, as can be seen in the enclosed specimen. This variety is rather common in the northern parts of Iceland.

König is expecting specimens of no. 29 from the Faeroes together with such of Fucus ceranoides globulis verrucosis signatus, described by Moriss. [König refers to Robert MorisonMorison, Robert (1620-1683).
British. Botanist and physician.
Physician-in-ordinary to Charles II.
Professor in botany at Oxford.
]. König does not think that the drawing with Morison is correct, and he encloses a short description of it, such as he has seen it in the Faeroes. This species is the deepest-growing of all. It is common in the Faeroes but is not found in Iceland. The beginning of the plant is a small leather-like bladder. The stems are round, thick as a finger in the thickest places, and with a smooth surface without verrucae. Like Fucus nodosus, it is dark green. König had brought a few specimens with him from Norway, but they were destroyed during the journey.

The kelp Fucus angustifoliis palmae in modum divisis, described by Morison, is found near Arendal in Norway, but also those specimens were destroyed during the journey. König omitted sending Linnaeus specimens of Fucus angustus vesiculis rugosis bifurcates, since he thought it was in reality the Fucus divaricatus, but König has seen his mistake. The species is common in Iceland and Norway.

On the Ranunculus, König can just say that it has yellow flowers, and its incisions are deeper than with Ranunculus hederaceus, which has larger and white flowers.

König would have considered the Gentiana no. 8 to be a Gentiana aurea, but since the specimen lacked several of the characteristics mentioned in the description of this species, König did not dare to make that decision.

The Gentiana no. 7 is very common in the northern parts of Iceland, where it grows together with several other kinds of Gentiana. König has not noticed any changes in this species but rather in others, due to this mixture. It keeps its most important characters such as four petals and a long flower-stalk.

Fontinalis is very common, and it looks the same everywhere. The largest ones were found in dark and damp caves. In general, however, it is common in rivers and lakes in Iceland.

König has often wished that his investigations, often made with considerable risk, could be more widely known in the world. Now, through Linnaeus, it seems that König could achieve this, but he understands that it is a drawback that he cannot write in a better known language. Being originally from Livland, he has only German at his disposal. König has had some molluscs depicted in Iceland, some of them probably belonging to new genera, and he has written descriptions of them in German. Two drawings are enclosed, and if Linnaeus likes them, König will send more and, when possible, also specimens of the animals themselves. In this letter, there follows a Limax, quite unlike Job BasterísBaster, Job (1711-1775).
Dutch. Naturalist, doctor of medicine,
Leiden. Correspondent of Linnaeus.
Limax marinus, which is also common in Iceland. The second drawing is of an animal of a special genus, and for lack of time König has not found a more beautiful specimen. It lives under stones in the sea and is generally light green in colour.

König has seen four or five species of the genus Assidia, one of which is quite full of spikes like the Cactus mamkillaris. You often find it between the leaves of Fucus Scoparius deep in the sea.

The volcano Hekla throws sand and stones, sometimes even fire, and this has been going on since April 5. Sometimes, this activity is not seen for a week and starts again afterwards. König had visited the mountain the year before and found at the top a rift, 100 paces broad, with walls of hard black jasper, unhurt by fire. König had taken samples from that. The walls were more than 100 ells high it was very steep at the end, and the bottom of the rift was full of snow. When König was on the mountain, his compass did not show the direction to the North Pole.

König is aware that he should answer Linnaeus in a language more familiar to Linnaeus, but he has given his reasons for this and asks Linnaeus to forgive him. König has unbounded respect for Linnaeus.

[fol. 148 descriptions in Latin of some of the plants]. Finally, he says that Linnaeus could send his letters to König to a pharmacy [in Copenhagen, named the Fridrichs-Hospitals Apotecke].

upMANUSCRIPTS

a. original holograph (LS, VIII, 144-148). [1] [2] [3]