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C18

Link: linnaeus.c18.net/Letter/L3961 • Johan Gerhard König to Carl Linnaeus, 6 September 1767 n.s.
Dated 6. September 1767.. Sent from KÝbenhavn (Denmark) to Uppsala (Sweden). Written in German.

och-Wohl Gebohrner Herr Ritter
und Archiater v. Linné!

Nun mehr kann ich die Ehre haben, Ewer Hochwohlgebohrnen mit gewissheit zu benachrichtigen, dass ich theils als Naturhistoricus, theils als Medicus bey der Mission in Tranquebar dahin abzureisen angenommen bin. Mein Aufenthalt wird allem vermuhten nach in Europa nicht mehr lange dauren sondern wenn es so gehet wie der Annhein jetzt ist, so werde mit einem von hier nach Ost. Indien destinirtes Schiff innerhalb 6 Wochen abgehen. Dieses Schiff soll zugleich bey Madera, und von dort nach Cap angehen. Die Reise scheinet mir vortheilhafft zu seyn in Absicht der Natur historie. Möchte doch die Vorsehung mir Kräffte verleichen denen Wünschen nach vieles auszurichten, und möchte ich doch auch den heissen Clima ausstehen können. Gewiss will ich fleissig seyn.

Ich statte indess da dieses vileicht die letzte Ehre ist ins Europa dass ich geniesse an Dieselben zu schreiben, meinen untertänigsten verbindlichen Danck ab für Dero hohe Gewogenheit die ich zu allen Zeiten genossen habe, und niemahlen werde so lang wie mich auch Umstande einschräncken möchten unterlassen die Pflichten zu erfüllen, welches die wahre Ehre zum Ziel gesetzet hat.

Solte ich noch dass Glück haben ein Schreiben von Dieselben zu sehen so bitte mich einige besondere Anmerckungen aus die Sie geneigt mir zutrauen wollen, so werde sorge tragen es mit aller Treue auszurichten; Dürfft ich alsden auch zugleich mir ausbitten zu benachrichten wie weit es mit Dero Natur system über dem Pflantzen- Reich gekommen ist, sich wünsche es recht hertzlich dass ich es mit bekommen könte.

Wie es mit meinen Zeichnungen gehen wird weiss ich anjetzt noch nicht (nemlich über die Molluscae) ich beklage und verdrist mir recht sehr dass mich Umstände hinderten die übrige Hälffte der Zeichnungen an Dieselben zu communiciren, indess vergnüget mich sehr dass die Tringa Island von Dieselben vor neu aufgenommen worden ist, viele dergleichen von mir übergebrachte Vögel sind nun mehr von denen Motten verzehret geworden und dieses habe doch davon gerettet. Ich kann mich nicht näher bestimmen, aber gewiss ist es vieles gehet von meiner Reise verlohren was unterdrückt wird.

Darff ich fragen wie die 2ne Mollusca heissen davon ich die Zeichnungen zu aller ersts übersandt habe an Dieselben, und weil ich nun nach anderen Welt-Gegenden komme, sind Hydra Triticea und auch die andere davon ich die Ehre gehabt habe zu melden ein Eyer-Stork von gewissen Conchilien, oder solte ich noch darüber mehrere Bemerkungen anstellen?

Mit einer Gelegenheit welches morgen zu wasser von hier abgehet übersende einige Fuci die ich mit samt deren Feröschen Nahmen aus Ferö erhalten habe, unter diesen ist besonders der Fucus, welcher neben der Wurtzel eine runde Blasse hat, die aber beym Alter sich zusammen ziehet daher den plan wird, ich habe es neulich von daher bekommen, in Norwegen habe es selbst wachsendt gesehen, und habe auch schon in meine vorigte Schreiben die Ehre gehabt einige Nachrichten davon an Dieselben zu ertheilen; ich bin mit grösster Hochachtung

Ewer Hoch-Wohlgebohrnen
Dienst verpflichstester untertähniger
Diener
Johann Gerhard König.

Copenhagen d. 6 September 1767.

upSUMMARY

Johan Gerhard KönigKönig, Johan Gerhard
(1728-1785). Danish. Physician, born in
Polish Livonia. Private pupil of
Linnaeus in 1757. Visited Iceland. Went
to Tranquebar in India, to Thailand and
Ceylon. He died on his way to Tibet.
Correspondent of Linnaeus.
is glad to be able to tell Linnaeus that he has been appointed as a member of a Danish mission to Tranquebar. He will work in natural history and as the physician of the delegation. He expects to leave Denmark within six weeks on board a ship destined to the East Indies. The voyage will go by way of Madeira and Cape Town, which he thinks is favourable for his work. He just hopes he will stand the climate and be strong enough for all he has to do.

In this last letter from Europe, König thanks Linnaeus for his support and friendship, which he has felt all the time, and as long as he lives, König will continue to work in the field and in the spirit in which Linnaeus has trained him.

If König hears from Linnaeus with comments or requests, König will do what he can to fulfil them. König also wonders how far the most recent edition of the botanical part of Systema naturae has advanced [König refers to the Systema naturae, 12th editionLinnaeus, Carl Systema
naturae
, 12th edition (Stockholm
1766-1768). Soulsby no. 62.
]. König should like to have a copy with him in India.

König does not know what will become of the drawings of marine organisms that Linnaeus had seen, and he regrets that he had been unable to send Linnaeus the rest of these drawings. He is especially glad that Tringa Islandica has been recognized and that knowledge of several other birds has been advanced through his work. However, he is afraid that much of his results will remain hidden.

König asks for the names of the two molluscs which were the first he sent to Linnaeus. As he is leaving for another continent, he also wants to know if the Hydra triticea and the other specimens of that kind which he had told Linnaeus about are, in reality, storage for eggs of certain molluscs. König feels he could have said more about those things.

In this dispatch, which will leave Copenhagen on the following day, König also sends Linnaeus some specimens of kelp, especially the one that has a round bladder close to its root, a bladder that contracts when it gets old. König has just received the specimen, but he has seen it grow in Norway, and he has commented upon it in an earlier letter to Linnaeus [König to Linnaeus, 21 February 1767Letter L3877].

upMANUSCRIPTS

a. original holograph (LS, VIII, 152-153). [1] [2] [3]