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C18

Link: linnaeus.c18.net/Letter/L4232 • Johan Gerhard König to Carl Linnaeus, 26 July 1769 n.s.
Dated 26 Julij 1769.. Sent from Tranquebar (India) to Uppsala (Sweden). Written in German.

Hoch Wohlgeborner Herr Ritter und Archiater,
Hochgeneigter Hoher Gönner!

Es ist mir ein grosses Vergnügen dass ich dass Glück haben kann den Herren Archiator wiederum mit einem Schreiben aufzuwarten, allein ich beklage höchstens hiernächst dass so weniges habe seit dem Abgang des vorigten Schiffes beobachten können in der Natur-Geschichte. Sobald dass vorigte schiff abgegangen war so fassete den vesten Vorsatz recht fleissig zu seyn; ich ging daher tiefer im Lande herein, wo ich mit nicht wenigen Vergnügen so viele neue Dinge fand die ich vorher nicht gesehen hatte. Curcuma Zinziber Aloes variegata Ophioxylon Vateria und viele mehrere Dinge waren allgemein, die schöne Menyanthes, die prächtigsten Vögel alles dieses machte dass ich mir vergass und der Mittag kam an, mich brenneten die Schue entzwey wie einen sandigen Strich Land durch musste und am Gesicht und einer Hand wurde von der Sonne gestochen, welches doch zu meinem Glück in Wasserblassen auflief, ich bekahm drauf dass gantze Gesicht und hernach den gantzen Körper voller Beulen die nicht suppuriren wolten aber sehr schmertzeten. Es zog sich in der länge, und zuletzt stellelte sich ein Nach Mittags-Fieber ein, es daurete auf 3 Monathe ehe ich wiederum nach dem Gebrauch von Bädern diluentia und zuletzt mit China restituiret wurde. Indes verdorben alle meine Eroberungen, Muth und Gedancke verlohr sich vollig von mir. Die Haupt Uhrsach dieser Kranckheit sind die Affecten schuld an gewesen, womit ich die vorigten Schreiben abfertigte nach Europa.

Ich habe zwar den Santalum beschreiben, da aber nur ein eintziges exemplar in blüthe gefunden habe, so habe lieber noch warten wollen bis ich mehrere zu sehen bekomme, ob nicht variationes unter ihnen existiren, die Corollae sitzen wie auriculae auf denen laciniis calycinis wie bey denen Calycanthemis, die Hälffte der angenommenen Zahl sind nur Antherae, die übrigen sind Nectaria, die baccae sind infra apices mit einem herforstehenden Rand Coronatae die gantze Blüthen mit Corollae und antherae sind grünlicht wenn sie sich öffnen, werden aber von Stund an braun roth und zuletzt gantz dunckel braun ins Purpurfärbene, die Heyden raspeln es fein zu Pulver vermengen es mit fein gerieben Curcuma und machen sich denn damit 3 finger breite Striche über der Brust Kreutzweiss in gewissen Zufällen, oder einen gewissen Gott zu ehren, und in anderen, über die Arme, und wiederum in anderen Absichten über der Stirn, es wird von ihnen für ein heiliges Holtz gehalten, und sie ziehen es bey denen Pogoden, es heist auf Malabarisch Tschandera-Maram. Ophioxylon war ausgeblühet auch, und nur einige wenige Blüthen zu finden. Die hiesigen Haasen sind eine besondere Species die sich leicht kenlich machen durch einen Fleckken der sich von denen beyden ohren auf dem Genick anfängt und spitz auf denen Vorder Schultern zu läufft dieser Fleckken ist mit gantz kurtzen feinen schwartzen Haaren bewachsen, die Ohren-Spitzen sind nicht schwartz sondern haben einen gantz weissen Rand, der Kopff ist in der proportion gegen denen Europaeischen kleiner, dass gantze Thier ist kleiner wie die in Europa, übrigens ist der gantze Körper grau, der Bauch weiss, der Schwantz ist auf 2 Zoll lang, sie fallen hier ziemlich häufig.

Einen Strix sende jetzt zum Königlichen Cabinet ausgestopfft zugleich einen den ich vor eine Species Parrae ansehe, ersterer komt der Ulula nahe, ist aber doch unterschieden und schöner, lebet in denen Thürmern der Pagoden, und nähert sich von Fleder Mäusen, die Parra hat keinen Frontem Carunculatam aber die alulae spinosae, die hinter zehe sind sehr lang. Der Zopff ist am Genick nur klein und schwartz, der Halss vorne weiss. Hinter Schwefel gelb (von einer seltenen Farbe) die Brust und der Bauch dunckel braun der Rückken braun ins graue fallend, reflectirt aber viele Farben bey veränderung der Stellung, die ersten Flügel Federn sind Sichel-förmig und schwartz-braun, die deck-federn meist gantz weiss daher der discus des Flügells weiss ist, der Schwantz ist nur kurtz in 3en theilen getheilt und auch schwartz-braun. Es lebet dieses Thier an Teihen und Grabens, nähert sich von der Nymphaea Nelumbo die Malabaren nennen diesen Vogel Ali-Kali. Ali heist die Nymphaea Koli, ist Gallina. Der Herr Zoega werden eine genauere Beschreibung von diesen Vögeln geben können, weil ich es aus Mangel der Zeit nicht jetzt prestiren kan ich dehm dass Schiff nur kurtz hier verweilet und in Bengalen seine Ladung einnehmen soll. Von Necquebar habe jetzt schon schöne Dinge erhalten, alleine ich habe noch nicht sie recht untersucht. Von der Malabar Küste erwarte viele Seltenheiten, ins besondere habe ich um den Cardamom gebeten der da eigentlich zu Hause ist, es sind hier zweene dänische officir mit denen ich aus Europa gekommen bin, diese haben die Gebürge jener Küste durchgestrichen mit der Armee des Aidir-Naikirs, und erzehlen viele seltsahme Dinge von denen Gebürgen, dass wahreste davon, ist dass es sehr fruchtbahr ist, hier um Tranquebar ist dass Land gantz flach und sehr dürrer Sand bis jetzt ist alles hier verdroknet gewesen und alle Pflantzen waren in der Hitze wie Todt, der Hibiscus populneus woraus die Alees oder Spatzier Gänge bestehen war gantz entlaubt. Jetzt da dass Gebürg Wasser hier angekommen ist, welches alle reiss Felder unter Wasser setzet, so sind schon ein gantzer Theil mehr Thiere hier mit angekommen, ins besondere Amphibia, und Wasser Vögel.

Ich habe wiederum eine Pflantze aus der Hochachtung die ich den Herren Leib Medico von Berger schuldig bin und auch höchstens hege, mit dem Nahmen Bergeria beleget. Ich bitte sehr demühtigst dass ob es den Herren Archiater also gefällig wäre imfall es wirklich ein neues Genus ist, dass es doch den Nahmen Beybehalten möchte.

Meinen Wünschen und sehnlichsten verlangen gemäss wäre dass ich so glücklich seyn könte, und eine Reisse nach denen Gebürgen zu thun von jemand beordret würde, aus eigenen Vermögen kan es nicht, weil meine Umständen es mir nicht erlauben. Ich empfehle und bitte auf dass aller untertänigste, wegen der im vorigten Schreiben angebrachten Ansuchung. Der Herr Archiator wollen gutigst Dero bestes beytragen, ich hatte mich versichert dass es Ewer Hochwohl-gebohrnen eine leichte Sache auszurichten seyn kan, und ich hingegen werde mich so ferne es Gott will äuserst bestreben recht vieles auszurichten, und durch diesem Weg könte doch noch hoffen einstens mein Vaterland wiederum zu sehen!

Nichts is wass mehr mich verdrist, als dass so wenig bedeutendes dieses Mahl zu übersenden im Stande gewesen bin, indess hoffe noch in diesem Jahr über Engeland die Ehre zu haben einen Brief zu übersenden, mit ersinlichster Hochachtung habe die Ehre zu seyn

Ewer Hoch-Wohlgebohrnen
Meines Hochgeneigten Hohen Gönners
Untertähniger gehorsamster
Diener
J. Gerhard König

Tranquebar d. 26 Julii 1769.

upSUMMARY

Johan Gerhard KönigKönig, Johan Gerhard
(1728-1785). Danish. Physician, born in
Polish Livonia. Private pupil of
Linnaeus in 1757. Visited Iceland. Went
to Tranquebar in India, to Thailand and
Ceylon. He died on his way to Tibet.
Correspondent of Linnaeus.
is glad to be able to write to Linnaeus again. He regrets that he had not had time to write more about natural history in the former letter [presumably König to Linnaeus, 26 February 1769Letter L4181], as the ship was about to leave. König had immediately gone farther inland, since he wanted to be diligent, and had found, to his great delight, many new things. Curcuma zinziber, Aloe variegata and Ophioxylon Vateria were common. Menyanthes and the beautiful birds made him forget about time so that he happened to stay outdoors during the midday sun. He was badly burned. The blisters were more painful than suppurating, although he had a fever from which he did not recover until three months later. A cause of this illness was the emotion in which he had written his former letters to Europe.

König has already described the Santaluen, but as he had just seen one specimen he had wanted to postpone it until he saw more of it. He gives a detailed description of its flower, with the number and nature of the different parts and the colour of the corolla. The inhabitants prepare paints for their skin from it and use the wood in the temples. Ophioxylon had flowered, so König had been able to find only a few flowers.The rabbits are different from the European, with a spotted fur, a white strip at the end of the ears and a smaller body. The tail is two inches long, and they are rather common.

König is sending a stuffed owl to the Royal cabinet [König means the collection of natural history specimens] in Copenhagen together with one that he considers being a Parra. The owl resembles the Ulula but is more beautiful. It lives in the towers of the temples and lives from bats. König gives a rather detailed description of the Parra which lives from Nymphaea Nelumbus; the natives call it Ali-Koli. König refers Linnaeus to Johan ZoëgaZoëga, Johan (1742-1788).
Danish. Botanist and economist.
Linnaeusís student 1762-1764.
Correspondent of Linnaeus.
for a better description, since he has not time to write very much before the ship leaves. It will sail to Bengal to load goods. König has received some nice things from Nequebar, which he has not had time to look at closer. He also waits for a sending of rare things from the Malabar coast, and he has especially asked for Cardamom, which has its real homeland there. Two Danish officers, who were on the same ship as König from Europe and have been in the mountains at Malabar with Aidir-Naikirís army, have told König many strange things from that region. It is said to be very fertile. At Tranquebar, the land is open and plain, and in the dry sand and the heat, all plants are dry and the trees without leaves. Now that the water has come, which will cover all rice fields, several animals have returned, such as amphibia and water-fowl.

König has enclosed a specimen of a new genus that he has named Bergeria after a Danish physician-in-ordinary, Johan Chilian Just von BergerBerger, Johan Chilian Just von
(1723-1791). German/Danish.
Physician-in-ordinary, Copenhagen.
. He hopes Linnaeus can agree with this if it is really new.

König wishes he could be ordered to make a journey to the mountains, since he cannot afford going on his own initiative. He returns to his application in the former letter and hopes Linnaeus will take care of the matter and forward it to a suitable authority. König wishes he could at least be able to return to his native country sometimes.

König regrets that he has had so little to tell this time, but he hopes he will be able to send another letter the same year, which would be sent through England.

upMANUSCRIPTS

a. original holograph (LS, VIII, 167-168). [1] [2] [3]