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C18

Link: linnaeus.c18.net/Letter/L4339 • Johan Gerhard König to Carl Linnaeus, 26 February 1770 n.s.
Dated 26 Februarij 1770.. Sent from Tranquebar (India) to Uppsala (Sweden). Written in German.

Hoch-Wohlgebohrner Herr Archiater,
Hochgeneigtester, Fürnehmer Gönner!

Die von Bengalen hier wieder zurückgekomene und nach Europa alsbald abgehende Gelegenheit, erheischet mich Ewer Hochwohlgebohrnen mit einem 2ten Schreiben der Kürtze wegen aufgewarten, worinnen dass Glück habe aufs kürtzeste zu erzählen wass ich besonders seit dem letzteren beobachtet habe.

So starck wie die Dürre im vorigten Sommer war, eben nach dem Verhältniss so war der Regen auch in denen hiesigen Regen Monathen, dass gantze land stund einige wochen nach der Regen Zeit unter Wasser und gliche mehr einer See als einem festen lande, dieses hinderte mich dass in einigen Monathen nicht für die Stadt Thore auskommen könte; dass frische Wasser spielete ein Theil Fische nach dem Meer unter welchen waren einige Species von Ostracion, und Diodon, welche am Meer Ufer ausgeworfen wurden, und ich hingegen die Gelegenheit hatte, sie auszustopffen, ich fand auch einige Arten von Angois, unter welchen die platura mit war, man hält sie für Wässer Schlangen die nicht auf dem Lande leben können, und auch nicht am See Wasser, ihr bis ist tödlich, und ihr Aufenthalt ist eigentlich weiter im Lande, sie werden aber mit dem von denen Gebürgen heruntergekommenen frischen Wasser hieher gebracht, aller dieser 3en Spec. war der Körper compress, der Schwantz schwertförmig, die squamae habe nicht gezählet, weil ich sie noch lebendig im brantewein einlegte.

In Absicht der Pflantzen da habe mehreren Fleiss angewand und auch viele beschrieben, es sind hier verschiedene Diandristen die ich nicht anders als für neu habe ansehen können, eine ziemlich grosse Pflantze hat den habitum einer Lobeliae, der Stengel ist ohne blätter bis neben der Wurtzel wo es 2ne par blätter hatt die kreutzweis weis über ein ander stehen die Blüthen sind in einer Panicula racemosa vertheilt in der vollkommen grösse der Lobelia Zeyl. es sind nur 2ne stamina diese sind contorta und ruhen mit denen Antheris auf dem Stylo dessen Stigma patelliformis an einer Seite etwas ausgeschnitten [illustration] in gezeichneter Figur die Antherae sind offenbahr zusammengewachsen, ausser den 2enen Staminibus sind noch 2ene andere als stützen des styli an der Corolla angewachsen (nicht am stylo) diese sind steril, die Capsel ist kugelrund 2 Schaligt hat viele kleine Saamen, 2ne andere Diandristen von welchen die eine völlig der Europaeischen Limosella gleichet die 2te gleichet der Callitriche verne beyde wachsen in feuchten Örtern, sie haben einen Calyx und eine Corolla Monopetala inaequalis quadriloba, die Saamen Capsel ist bivalvis bilocularis durch einem receptaculo seminum der in 2en Theilen getheilt ist die Saamen sind langligt.

Eine schöne neue Utricularia habe hier gefunden ihre Stengel gleichen der kleinen Utricularia in Europa nur es hat wenige Utriculae der blumen Stengel stehet herfür aufrecht, ist etwan länger wie ein Finger lang, neben seiner basin hat es in einer Stern Förmigen Figur, 3 bis 6 länglichte bläschen die zugespitzt sind und rund woher gebärtet, wodurch sie wolligt sind ihre Farbe ist weisslich, vermittelst dieser bläschen wird der blüthen Stengel aufrecht gehalten, und ihr Sitz bestimt die Wasser Fläche, ihre Grösse übergehet einem Gersten-Korn, dem es auch in der Figur gleichet, die blüthen sitzen in einer Spica, blühen von unten auf die blumen Krone hat nur einen kleinen Sporn; ihre Farbe ist hell gelb. In der vorigten Woche beschrieb 2ne Species die wohl Ammanniae seyn werden, eine schöne Peplis die das Jacquins seine die Er in America gefunden hat nahe kömt, auch ein Tetrandristae ist; einen zarten doch schönen Pentandristen habe beschrieben, der einen Spicam strobiliformem hat, ein Scilla habe beschrieben die hier auf den Rainen wachsen, in gleichen eine Lechea, eine Hyacinth art wächst hier eine halbe Meile von der Stadt aber die habe noch nicht examiniren können von Chalcas Arten habe hier 3 Species, aber nur eine die nicht wircklich abgemacht annehmen kan dass sie zu der letzt beschriebenen Chalcas gehoret, die andere differirt, dass sie 6 gewohnlichen 7 Antheren hat übrigens komt sie mit der anderen überein, und hatt beständig 3 blätter zusammen gewachsen, ich habe offt in denen Gedancken gestanden, es wäre ein Schinus des Herren Archiater die 3te Spec. sind die Antherae in einen Tubum wie bey der Swietenia zusammen gewachsen es hat aber nur 8 Zähne und darauf sitzen 8 Antherae, die blüthen sind gross dass man kein Microscop nöthig hat, die Frucht ist runtzeligt wie die unreifen Pomrantzen, und hat gewöhnlichst 3 bis 5 Saamen die grösser sind als die ordinairen Pomrantzen Saamen und sind glabra, 3- gona, convex an der einen Seite, und flach an denen 2en, dass inwendige Fleisch ist wie bey denen Citris in Fächern getheilt aber es ist nur wenig, und giebt einen milchigten biterten Safft, der Diameter dieser Frucht ist die grösten die ich gesehen habe bis auf einem Zoll dick, die Malabaren nennen es Cath-hel mitschi, heisst so viel als Gesträuch Pomrantzen, der baum wächst bis 3 Mann hoch, die Cornutioides des Herren Archiators in der Fl. Zeyl. erfreuete mich sehr deswegen weil ich die Pflantze beschrieb in dem bis jetzt nicht weiss dass es in dem Natur System sich befindet, als den fand ich die beschreibung des Herren Archiators als meinen hohen Lehr-Meisters, ich hüpfete fur freuden dass ich ziemlich wohl beobachtet hatte, dass besondere an der Corolla ist wass man bey trockenen Pflantzen nicht sehen kan, dass die 2ne kürtzere laciniae gantz aufrecht stehen, die Frucht ist eine kleine Drupa, die nux ist inaequalis ad superficiem, von grösse einer kleinen Erbse es wird diese Frucht sehr verfolget von einer Art von grossen gelben Ameisen, diese verzehren offt blüthe und Frucht, ehe es recht herfür wächst, der Geruch dieses grossen baumes ist narcotisch, die Schwartzen essen die blätter sehr gerne als Kohl. Zu vorigten Jahr habe die Ehre gehabt den Herren Archiator anzuflehen dass Genus geltend zu lassen welche ich Thottea benandt habe, imfall es neu war, jetzt erneure meine bitte wieder da eine 2te Speciem hier gefunden habe, ich weiss es dass der Herr Professor Friis in Copenhagen mit einen von denen neuen Geschlechtern der Surinamischen Pflantzen des Rolanders dieses im Sinn gehabt hat; solte eine Danckbahrkeit hiebey verknüpfft seyn so glaubte mich ein mehres Recht hierzu zu haben, der selbst die beschwehrlichkeiten unterworfen gewesen ist, sie für einem seinen hohen Gönner darzulegen es ist wieder die Gesetze, aber ich wolte gerne auch bey meinen schlechten Umständen mich Danckbahr erzeigen, in hoffnung einer Verbesserung, Der Ananas arborescens welches auf Portugiesich Kaldeer genant, und auf Malabarisch Tharei Maram ist eine Planta dioica, oder vieleicht Polygamia, gehöret meines erachtens unter denen Palmen Arten, die Frucht ist ein Strobylus oblongus, der Saamen ein Kern; ich habe ihm in den Natur system d. H. Arch. nicht finden können deswegen habe ihm beschrieben.

Die Palma Fl. Zeyl. 397 habe beschrieben sie komt wohl der Phoenix am nächsten theils wegen der Frucht, auch in Absicht des Stammes selbst, aber sie ist eine Dioica, hat 6 antherae, 3 Styli die dem Germine angedrückt sind. Eine schöne Lemna habe auch beschrieben, sie ist aus vielen feinen blütchen die wie chagrin punctirt sind zusammen gewachsen an Aeste die fast einfach sind und hin und her sich seitwarts liegen, diese machen zusammen einen 3-eck aus, wie die zur Seiten stehende Figur ohnefehr vorstellet, ihre farbe ist weiss grün oder cerescens. Von Insecten habe viele ausgebrütet, und die Phalena die ich von der Gloriosa seperba bekommen ist noch so superbe wie ihre Pflantze, sie gehöret unter denen Noctuis, ihre grösse gleichet fast der Phalena Gemma, aber ihre farben sind ausnehmend schön gemischet die Phalen. Atlas lebet auf der beschriebenen Mandel auf dem Rhamno Fl. Zeyl. 89 und auf der Jambolifera, die Phalena luna lebt auf einem baum der hier Odi genant wird aber ich kenne ihm noch nicht weil keine Frucht Theile bis jetzt davon gefunden habe auf der Fic. Bengalens sind 2ne Phalenen die ich jetzt kenne, die eine gehöret zu denen Tineis die 2t ist ziemlich gross und gehöret zu denen Pyralides, sie ist von besonderer Structur, Aschgrau geforcht, mit weissen ästigen Streifen der Thorax ist gelb und hat ein par schwartze Puncten. Gegen der basin der Flügel ist neben dem Rande auf dem oberen Flügel ein weisser runder Fleckken, der Rand der oberen Flügel ist auch gegen der basin gelb, die unterflügel sind weiss, auf eine andere Art Feigen die da Folia rugosa hat, auf der unteren Seite etwas wolligt, und für gifftig gehalten wird, dess wegen auch Teufels feigen genandt werden, fält auch eine Phalena, die dieser nahe komt, doch nicht dieselbe ist. Diesesmahl sende nichts mehr mit nach Copenhagen als ein haufen seltener mit vieler Mühe gesamleter Stamen, obwohl viele ausgestopffte Vögel hier habe, die kurtze Zeit heischet mich schliessen, und mich zu Dero hohen Gnade und gnädigsten Angedencken bestens zu empfehlen, mit der grössten Ergebenheit ersterbe

Ewer Hoch Wohl-Gebohrnen
Untertaenigst gehorsamster
Diener
Johann Gerh. König

Tranquebar d. 26 Februarii 1770.

Wegen kürtze der Zeit habe weder Kräuter noch andere Naturalien nach Europa dieses mahl senden können, nur alleine Saamen.

upSUMMARY

As the ship has returned from Bengal and is about to sail for Europe, Johan Gerhard KönigKönig, Johan Gerhard
(1728-1785). Danish. Physician, born in
Polish Livonia. Private pupil of
Linnaeus in 1757. Visited Iceland. Went
to Tranquebar in India, to Thailand and
Ceylon. He died on his way to Tibet.
Correspondent of Linnaeus.
gets a second opportunity to send Linnaeus a letter and tell what he has observed recently.

The heat had been very intense last summer, but so were the rains during the last months, so that the region was flooded and more like a lake than land. For this reason, König had been unable to leave the city for a couple of months. The water had also brought into the city fishes and other marine animals, which König had collected and stuffed. König also found three kinds of snakes, normally living in water and with a lethal bite. They normally live up in the country, but when there is much water in the rivers, they are driven down towards the coast. They are black. König has not counted the scales, for he put them into spirit even before they were quite dead.

König has been working a great deal at plants and made a number of descriptions. Among these, there are some Diandrica which he thinks are new. A rather big one looks like a Lobelia, as it has a stem without leaves and two pairs of leaves at the bottom, near the root. The flowers form a panicula racemosa. König makes a detailed description with a comparison between this plant and the Lobelia Zeylanica.

König has found a nice new Utricularia, similar to the small species of this kind in Europe but with an upright stem, a little more than a finger long and at the bottom some bladders that hold the stem upright. Its yellow flowers form a spike, and they flower from the bottom and up. The week before, König had made descriptions of two species Ammannia, one of which is close to one that Nicolaus Joseph, baron von JacquinJacquin, Nicolaus Joseph, baron von
(1727-1817). Dutch. Botanist. In
1755 at the order of emperor Franz I of
Austria he went to the Antilles and
South America. In 1763 he became
professor of mineralogy and chemistry at
Chemnitz, later professor of botany at
Vienna and director of the botanical
garden at Schönbrunn. Correspondent
of Linnaeus.
has described from America. It is a tetrandrista. In addition, König has described a nice pentandrista, which has a helical spike, and a Scilla similar to a Lechea. There is a hyacinth growing not far from the city that König has not yet examined, He has three Chalcas, of which he is quite sure of one while the others may be variants. He describes the differences at some length with details of its flowers and fruits, which resemble bitter oranges in size and structure. König was much pleased to find Linnaeusís Cornutioides in the Flora ZeylanicaLinnaeus, Carl Flora
Zeylanica; sistens plantas Indicas
Zeylonae insulae, quae olim 1670-1677,
lectae fuere a Paulo Hermanno [...]
demum post 70 annos ab Augusto
Günthero [...] orbi redditae

(Stockholm,1747). Soulsby no. 420.
, for he had not found Linnaeusís description in the Systema naturae [König presumably refers to Systema naturae, 12th editionLinnaeus, Carl Systema
naturae
, 12th edition (Stockholm
1766-1768). Soulsby no. 62.
] at first but made one of his own. When he found Linnaeusís description, he saw that the two were very alike, but he adds a few things that you cannot see in a dried specimen. This plant is often infested by large, yellow ants that eat its flowers and fruits. The tree is aromatic, and the natives eat the leaves as cabbage. Last year, König had suggested that a new genus would be named after Otto ThottThott, Otto (1703-1785).
Danish. Count, statesman.
. He renews this request and adds that he has found another species for this genus. Furthermore, he has heard that Friis [Christian Friis RottböllRottböll, Christian Friis
(1727-1797). Danish. Botanist and
physician. Professor of medicine at
Copenhagen. Linnaeusís student.
Correspondent of Linnaeus.
] in Copenhagen had intended to give a new plant found in Surinam, by Daniel RolanderRolander, Daniel (1725-1793).
Swedish. Naturalist and explorer.
Studied at Uppsala University under
Linnaeus. Went to Surinam in 1755-1756.
Correspondent of Linnaeus.
, this name, but König thinks he has priority since he had so many difficulties in obtaining and describing this genus. It would add to his reputation in Denmark if he could show his reverence to one of his patrons in this way.

König has made a description of Ananas arborescens, a dioica. The palma, given as no. 397 in Flora Zeylanica, has been described by König. He thinks it is closest to a Phoenix in fruit and stem, but it has 6 anthers and is a dioica. A nice Lemna with several small flowers and branches that give the plant almost a triangular shape has also been described [König gives a small illustration of Lemna on fol. 170v]. König has also studied insects, especially the Phalenae. He mentions several of them and specifies on what plant species they seem to be most common. He has defined some of them as already known, but he also has new ones, and he describes their colour patterns in some detail. There is another reference to Flora Zeylanica. The one described last is said to live on a special kind of fig-tree, the fruits of which are considered poisonous and are called ďDevilís figsĒ. This time, König is sending to Denmark only some rare seeds that he has collected with considerable hardship. He has some stuffed birds ready to be sent, but he has not had time to pack them.

P.S. He remarks that due to the lack of time, he has only been able to send seeds to Europe this time.

upMANUSCRIPTS

a. original holograph (LS, VIII, 169-170). [1] [2] [3]