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C18

Link: linnaeus.c18.net/Letter/L4708 • Johan Gerhard König to Carl Linnaeus, 1 July 1772 n.s.
Dated 1. Julij 1772.. Sent from Tranquebar (India) to Uppsala (Sweden). Written in German.

Hoch-Wohlgebohrner Herr Ritter
und Archiater
Hochgeneigtester Gönner!

For wenigen tagen genoss dass so sehr sehnlich erwartete Glück dass ich dass erste Schreiben von Ewer Hoch Wohlgebohrnen Hand erhalten habe, welches d. 9 Novbr. 1770 datiret ist, und heute, wurde meine Freude vervielfältiget da ich das zweyte erhielte, von d. 26. Nbr. 1771. datiret, unter Couvert des H. Sparrmans aus Cap. B. Sp. Da die Zeit zu sehr kurtz ist und die Leute alle schon am bord des Schiffes gegangen sind, so kan fast nichts mehr als meine untertähnige gehorsamstlichste Dancksagung hiemit abstatten, für die besondere gnädige Fürsorge, Gewogenheit und geneigtesten Angedencken, mit welchen ich überhaufft geworden bin, niemahlen werde ermangeln lassen fernerhin nach aller möglichkeit solches gewürdiget zu seyn.

Aus des Herren Archiaters Schreiben, erlauben dieselben dass ich anmelde, weil ich nichts angemerckt finde dass ich unter H. Zoegas Couvert, 1770, einen Brief und einige Conchilien worunter auch eine Turbo Scalaris war in einer Schachtel verpackt übergesandt habe, ich habe unter des H. Müllers Couvert einen Brief und eine Zeichnung von einer Mollusca die ich für eine Thetys gehalten habe, dabey zugleich auch habe ich eine Beschreibung von einer Medusa die ich parabolica vors erste nennete und den dass Thier einer Argonauta die einen blaues Schneckken-Gehauss hat übersandt, von beyden H. habe ich die Nachricht erhalten mit diesem jährigen Schiff dass es dem Herren Archiater richtig wäre übersant geworden mitdass Schiff welches von hier im Anfang dieses Jahr abgegangen ist, geführt von Capitain Hansen habe mir auch die freyheit genommen den Herren Archiater einen Brief und damit in einen florenen Säckchen bis 200 sorten frische Saamen zuzusenden hier überlieferte es an dem Ober Chirurgo Goetsche, welcher es in Helsingoer an dem daselbst wohnenden Apotecker H. v. Holten abgeben, und derselbe mit der ehesten und besten Gelegenheit solte es weiter besorgen, ich wünsche sehr, dass es wohl beschaffen angekommen seyn möchte.

Ich werde mir alle Mühe machen die Münchausea wo möglich ist hier aufzusuchen, aber leyder Tranquebar lieget in einer zu sehr sandigen Gegend, ich muss aufrichtig bekennen dass ich nicht die äuserste Schale der Natur Geschichte von Coromandel hier berühren kann; o wie vieles würde ich finden wenn meine Umstande mir nur 10 Meilen im lande, oder in absicht der Conchilien und Corallen, nach der hier in der Nachbahrschafft liegenden Adams-Brückke hinkommen liessen bey Tirntschi napalli, da sollen die herlichsten Pflantzen wachsen e.g. Cubelae &c. da ist es schon gebürgigt, hier aber, giebt nach dem denen verschiedenen Winden, jeder Tag der Erde eine neue oder veranderte Ober Fläche! Um gewissen dem gewünschten Zweck zu erreichen habe auch dem H. Pastor Blicher der mit dass hier angekommende Schiff jetzt nach China gehet, die best möglichsten Begriffe gemacht von der Munchhausen, und Ihm die Örter hauptsächlich genant, wo er sie suchen solte, der trivial Nahme speciosa hat mir überredet zu gluben dass es in denen fürnehmnsten Gärtens bey denen Götzen–Tempeln und vornehmer Leute Häuser am ehesten anzutreffen seyn würde. Selligen habe auch gebehten da er auf Malacca mit ankomt, sich Mühe zu geben, die Frucht Theile und einige Frondes von der Palma baculus mit zu nehmen, ich habe ihm die Fructif. von dem Calamo Rotang gewiesen, welche glaube nach H. Osbeck Beschreibung eine ähnlichkeit mit jener haben wird. Wo dieses Ihm glücket so wie Er mit anderen mehreren Sachen nebst diesem Brief die Ehre haben den Herren Arkiater es zu übersenden. Obschon sit meiner Ankunfft ich nach dem Saamen einiger Pflantzen mir viele Mühe gegeben, so habe es doch nur dieses Jahr zuerst erhalten können, sie sind folgene. 1st ein Xylon die Blüthe gleicht einer Tulip, aber die Fructifications Theile machen es zu einem Polyadelphisten, die Stamina sind in 6 phalanges getheilt. 5 am Rande und der 6te umschliest den Stylum, Thamulisch heist es Manlellevan, die 2te ist eine Ceropegia Juncea mit dicken fleischigten gesprengkelten gliedrichten Stengeln die Blätter sind sessilia apposita patentissima lanceolata acuta parva caduca, die 3te ist bekant aber ich habe nie die fruht finden können und ist periploca Burm. Zeyl. Tab. 83. Fig. 1. Sie ist aufgenommen nur der Zeit Mangel erlaubt mir nicht nachzusuchen, die Blüthen sind schön gelb. Ich hoffe dieser Saamen wird mitfolgen können, wo es möglich wird seyn.

Alles was möglich seyn wird hoffe mit dem Schiff dass directe von hier nach Europa gehen wird, herüber zu senden, nur bey dem Schluss dieses so erbitte mich ferner in der Gewogenheit gütigst beyzubehalten, und ersterbe mit ergebenster Hochachtung zu seyn

Ewer Hoch Wohlgebohrnen
Unterthäniger gehorsamster Diener
Johann Gerhard König

Tranquebar d. 1 Julii 1772.

upSUMMARY

A few days ago, Johan Gerhard KönigKönig, Johan Gerhard
(1728-1785). Danish. Physician, born in
Polish Livonia. Private pupil of
Linnaeus in 1757. Visited Iceland. Went
to Tranquebar in India, to Thailand and
Ceylon. He died on his way to Tibet.
Correspondent of Linnaeus.
was very glad to receive a letter from Linnaeus, dated November 9, 1770 [this letter has not come down to us]. Today, he was doubly glad, since he received another letter from Linnaeus, dated November 26, 1771 [this letter has not come down to us]. The latter had been sent through Anders SparrmanSparrman, Anders (1748-1820).
Swedish. Naturalist, physician and
traveller. Disciple of Linnaeus. In 1765
he went on a voyage to China and in 1772
to the Cape of Good Hope, where he
served as a tutor. Later the same year,
Sparrman went on James Cook´s
second voyage as assistant naturalist to
Johann Reinhold Forster and his son
Johan Georg Adam Forster. After his
return to Sweden in 1776 he was
appointed keeper of the natural
historical collections of the Royal
Swedish Academy of Sciences in 1780. In
1787 he participated in an expedition to
West Africa. Practicing physician in
Stockholm. Author of several works, the
best known of which is his account of
his travels in South Africa and with
Cook. Son of Brita and Eric Sparrman.
Correspondent of Linnaeus.
at the Cape region [Sparrman to Linnaeus, 2 May 1772Letter L4670; although this letter has not come down to us, one can deduce what Linnaeus wanted to know from König by studying the answers from König in an attached leaf, L.S., VIII, fol. 165, presumably sent with this letter, L4708, or with the subsequent letter, König to Linnaeus, 16 February, 1773Letter L4795; the contents in the attachment is summarized below].

Since the ship is about to sail and the crew is on board already, König has just time to show his gratitude and to promise that he will do all he can to be worth a similar care from Linnaeus in the future.

König tells Linnaeus that he cannot find any reference to the letter that he had sent via Johan ZoëgaZoëga, Johan (1742-1788).
Danish. Botanist and economist.
Linnaeus’s student 1762-1764.
Correspondent of Linnaeus.
in 1770. It also contained some shells, among those a Turbo scalaris. In addition, König has sent a letter to Linnaeus via Otto Fredrik MüllerMüller, Otto Frederik
(1730-1784). Danish. Zoologist.
Correspondent of Linnaeus.
with a drawing of a mollusc that he considers to be a Thetys. Letters have also been sent to Linnaeus with a Medusa, by König named Parabolica, and an Argonaut with a blue shell [all of these discussed in the letter dated 6 February 1771Letter L4477]. König has been told from the ships that took this material that it had duly been forwarded to Linnaeus. This year, König has also sent a letter [König to Linnaeus, 22 February 1772Letter L4622], containing a bag with 200 seeds, to Linnaeus with a ship commanded by Hansen. Hansen had left it with GoetscheGoetzche, German?. Surgeon. who was to give it to von Holten in Elsinore, who was to send it to Linnaeus. König hopes that Linnaeus has received it in good order.

König will do what he can about the Munchhausea, but he is not too optimistic since Tranquebar is in a region that is too sandy. In addition, it is impossible for König to do anything about molluscs and corals, since he cannot reach the more distant parts of the Coromandel. He cannot even afford a journey of 10 miles. There should be nice plants, such as Cubeba, at Tirntschinopalli for it is mountainous there, but here in Tranquebar, the only that varies is the surface of the soil, depending on the wind.

However, to do something, he has asked BlücherBlücher, German?.
Chaplain.
, chaplain on the ship that was about to leave for China, to help him, and has told him what plants he should look for and where, for Munchhausea in rich stocked gardens, idol temples and noble people’s homes. Blücher has also been asked to bring some fruits and leaves of the Palma baculus from Malacca. König has shown him fruits of Calamus Rotang, which, according to a description given by Pehr OsbeckOsbeck, Pehr (1723-1805).
Swedish. Clergyman, botanist explorer.
Studied at Uppsala under Linnaeus
1745-1750. Chaplain on ships of the
Swedish East India Company on voyages to
China. Vicar of Hasslöv (Halland).
Correspondent of Linnaeus.
[in Dagbok öfwer en ostindisk resaOsbeck, Pehr Dagbok
öfwer en ostindisk resa åren
1750. 1751. 1752. Med anmärkningar
uti naturkunnigheten, främmande
folkslags språk, seder,
hushållning, m.m. [...] Jämte
12 tabeller och afledne
skepps-predikanten : Toréns
bref
(Stockholm 1757).
], would look like this. If Blücher succeeds, he himself will report to Linnaeus and send material, including this letter. Although König has been trying to grow plants from seeds ever since he came to India, he has not succeeded with some of them until now. They are three:


1. Xylon, resembles a tulipa but is a polyadelphista with the stamens divided in 6 parts; it is called Manlellevan in Tamil.
2. Ceropegia Juncea with thick stems and leaves that are sessilia apposita patentissima lanceolata acuta, parva caduca.
3. This is well known from Burm. Zeyl. [König refers to Johannes Burman’s, Thesaurus ZeylanicusBurman, Johannes Thesaurus
Zeylanicus, exhibens plantas in insula
Zeylana nascentes [...] Cura &
studio Joannis Burmanni
(Amsterdam
1737).
], table 83:1, but König has never seen its fruit before, which is periploca. Its flowers are yellow. König will send Linnaeus seeds of this at a future opportunity if it is impossible this time.

König will send all he can obtain by the next ship that will go directly to Europe.

The attached leaf [L.S., VIII, fol. 165] contains answers to questions and requests of clarifications asked by Linnaeus in a letter sent via Cape Town which reached König in Tranquebar much later [see above].

The weather in Cape Town was like European spring, 15 R as a maximum, sometimes rainy, and foggy in the morning. However, the air was clean and aromatic.

König gives more precise information on the location of some of the plants mentioned. Crassula portulaccoides grew in the Company’s Garden. It had no flowers, and the gardener told him that he had looked carefully as Burman had asked for some. The gardener had seen it flower in other places during various excursions. König had got the Mantis precaria, but the natives pay more attention to another Mantis that they call “Doitqva” with a special sound before the “q”. The Dutch call it “Subaterches”. The natives believe that this insect can avert bad luck, so they are careful not to hurt it.

He adds some details to the description of Protea argentea. König did not find Gorteria ciliaris and just a few of Arctopi, just coming up from the ground. It will be possible to get specimens and seeds of these from the gardeners in due time.

König comments on the soil around Cape Town and the different layers in the three mountains. He regrets he could not be there for a year instead of just an hour.

The gardener HauptHaupt, Dutch?. Gardener at
the Dutch East India Company´s
Garden in Cape Town.
is interested in collecting insects, and König has given him further instructions. He even sells some specimens to people in Holland. König has been promised much, and he will send specimens on to Linnaeus.

Haupt had also noticed that plants died in the greenhouse if they were treated with cold water but that finger-warm water made them come up quicker.

There is a fruit in Cape that ripens after seven years. König had got one that was not yet ripe.

upMANUSCRIPTS

a. original holograph (LS, VIII, 176-177). [1] [2]