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C18

Link: linnaeus.c18.net/Letter/L5190 • Johan Gerhard König to Carl Linnaeus, 15 February 1776 n.s.
Dated 15 Febr. 1777. Sent from Tranquebar (India) to Uppsala (Sweden). Written in German.

Hoch Wohl-Gebohrner Herr Ritter und Archiater,
Hochgeneigter, Sehr Fürnehmer Gönner!

Seit zweyen Jahren habe nicht dass Glück gehabt den Herren Ritter etwas zuzusenden, und die vorher geschehenen hoffe dass sie richtig werden angekommen seyn. Im vorigten Jahr war tödlich kranck kurtz vorher ehe die letzten Schiffe von hier abgingen, welches mich daher abhielte meine Wünsche zu erfüllen dass ich mit etwas hier neu gefundenes meine Schuldigkeit zu beobachten, ich habe indess so reichlich von Madrass alles abgesandt, dass ich hoffe der Herr Ritter werden es von den Herren Doctor Solander auch mitgetheilt erhalten haben, welchen ich auch darum gebehten habe.

Dieses Jahr habe eine über Vermuhten gute Gelegenheit in Tranquebar vorgefunden durch den Herren Lindenstedt, welcher noch dabey so gütig ist mir zu versprechen alles auf der Reyse wohl zu conserviren und d. H. Ritter so bald als es nur möglich ist es zu überliefern. Ehe etwas mehr melde so statte meinen untertähnigsten Danck ab an den Herren Ritter für die Bekantmachung meines Nahmens in denen Mantissen, und ich bedaure hiebey dass es so spaeth geschiehet welches aber dadurch gekommen dass ich die Mantissen nur zuerst vorigtes Jahr erhalten habe. Ich wünsche mir das Glück meine Danckbahrkeit viele Jahre noch zeigen zu können, welches nie unterlassen werde wenn dazu Gelegenheiten erhalte.

Im vorigten Jahr machte eine Reyse von Madrass nach die Palliasattischen Gebürge. Viele Hindernissen die sich einstelten ins besondere genuug Sicherheit zu erhalten in einem wegen Raeubereyen so beschrienen Lande verzögerten die Reyse bis in dem Aprill, welches schon eine gefaehrliche Zeit der Gesundheit wegen für denen Europaeer in diesem Lande anfaengt zu seyn, wegen die Hitze und den angefangenden Landwind. Die 4 Monath lang angehaltene Dürre hatte schon in der Nachbahrschafft von Madrass alles fast abgebrant, nur etwas tiefer im Lande traf mehr grünes an, unter diesen waren die haeufigen Blüthen einer Grevia die der Salbey aehnliche blaetter hatte welche die Lufft mit ihren süssen Geruch anfülten. Rheede hat die Zeicherung gegeben, alleine sie ist so wie der gröste Theil seiner übrigen Zeichnungen von ausserordentlich grossen exemplarien genommen. Cycas Circinalis stund haeufig in einer kleinen Wüste. Maenliche Blüthen traf nicht ein eintziges an die weiblichen sind nur fürs erste alleine beschrieben, welches ich aber ins künfftige hoffe vollstaendig zu beschreiben. 2 Tage Reyse von Madrass wurden die Felder schon hoch und auf diesen wurde nichts anders gesaeet wie Sorgum [Sorghum], Holcus, Paspalum dieses letzte giebt ein trauriges Ansehen denen Feldern weil noch vor der Reife alles schwartz wird, sie ist was indigest, besonders für denen die den Reis gewant sind. Cyprosurus Aureus ist hier auch in Feldern gesaet, der Saame gleicht den Canarien Saamen, und ist das beste Fütter fürs Feder-Vieh. Menschen geniessen es auch. Crotalaria juncifolia traf hiermit viele Felder besaet, dass höher wie ein Mann war. Aus diesem Gewächse wird der hiesige Hampff gemacht woraus die grobe Leinewand bereitet ist, worin alle Ost Indische Waaren emballiret werden. Aus dieser Gegend komt der beste her, weil die benante Crotolaria am höchsten in diesen Gegenden aufschiessen; die Zubereitung geschiehet eben wie mit dem Hampff dass es zuerst in Wasser eingeweicht und in der Lufft getrocknet, und hernach zwischen Steinen zerqwetschet und gereiniget wird. Es hat nicht die Staercke des Hampffs, deswegen wird es auch so grob gewebet, die rothen Streifen die sich in diesem Leinwand befindet ist von einer rothen Erde gemacht. Die Blüthen dieser Pflantze werden gekocht und gegessen. Arme Leute in diesem Lande essen den gekochten Saamen, alleine sehr offte ist es Ihnen schaedlich. Der Saame zerrieben und eingenommen treibet die Frucht ab bey schwangern Weibsleuten. Ricinus war hier zwischen Cytysus Cajan gesaehet, letzteres war meist reiff zum Schnit und ersteres im Anwachs. Nivid ein Tetrandrist war hier der erste Baum dieser Art den beschrieb, ihre kleine Früchte schienen wie Granaten-Steine, ihre Aeste sind die meist haengen den die ich in der Welt gesehen haben. Nahe an denen Gebürgen traf an viele von dem beschrieben Wanni baum, welches dem ersten Anblik nach denen Tamarinden gleichet seiner deunckeln blaetter und seiner Krohne wegen die Schoten werden von denen Einwohnern haeufig gegessen, ich werde diese Frucht über Engeland d. H. Ritter die Ehre haben zuzusenden, in einem Vorgebürge wo wir versuchten aufzusteigen alleine wegen grausahmen Dornen Dichten erstickkenden Büschen nicht fortkommen könten, fand zum ersten mahl einem Baum welches der Citrus trifolia d. H. Ritters und eine wahre Limonia ist die blüthen waren in einem Corymbum gewachsen und der gantze baum hoch war davon. Aber keine eintzige Frucht war dahmahlen dazufinden. Wir bestigen den ersten hohen berg, der Nazari hiess, unsere Reise darauf fingen wir 2 Uhr in der Nacht an, und durch vielem deichten Gebüsch welche wir an dessen Fuss antraten, waren wir des morgen um 8 Uhr auf dessen Gipfel, wo wir eine neue botanische Welt antrafen welches aber viel vortheilhaffter gewesen waere, wenn wir es in Januarii Monath haetten thun können. Der Teck hatte wenige blaetter und frucht einen kurtzen Stam und niedrige Krohne. Grevia Oriental war hier haeufig im blüthen aber fast keine blaetter ein Nerium mit unreifer Frucht dessen lange Folliculi eine tiefe Forche an der einen Seite hatten; die blaetter waren weit unterschieden von dem divaricato. Blüthe war nicht eine zu finden, neue Arten vom Gossipiisdie der religiosa nahe kahmen dessen blüthen stunden in Knospen eintzelte war offen und gantz weiss. Rheede hat so wohl von dem Nerio als von diesem Zeichnungen. An einem hohen Felss traf hier zuerst den Thermes Atrum an zu denen Tigern zu fangen waren hier verschiedene lange Löcher von Steinen aufgebauet worin sie eingelockt werden darauf stellen sie eiligst breite Steine vor den Eingang verwerfen es mit kleineren und töten ihm denn von oben durch kleine Löcher mit schiessgewehre, bunte hirsche sahe eintzelte hier weyden, fast klein eintziger Vogel war hier zu sehen davon ich die Uhrsachen nicht kenne. Vieleicht weil immer die berge hier um dieser Zeit im brande stehen, eintzelte neue insecten waren hier die ich anders wo nicht gesehen hatte, der Fuss der berge bestehet aus kleinen Steinen die verhaertete Tohn Arten sind, höher sind es weiss graue Felss-Stein Arten, unter der Spitze fand granito-rosso in grossen blockken, der poliret wurde im Madrass und schön aussahe, die steile Spitze bestund aus rothen Petro silex der offte zum harten rothen feinen Sande Stein überging. Saalband war ein grau mit rothen dünnen Schichten gemischter Schistus, dieser war bisweilen 4 Zoll starck. Qwartz adern waren hier wenige zu finden, alle Steine hier waren nicht rauher und wilder Art einige blockke fand aus einem dunckel schwartzen fetten körnigten Qwartz, worin schöne rothe Granate arten, und etwas hornfels-Stein eingesprengt war, in absteigen trafen wir noch eine andere species von Nerium in Saamen ohne Bluth und Blaetter, eine Staude die kaum ¾ Mans hoch war und sich rund in Aesten ausbreitete sagten die Einwohner waere sehr gifftig. Wenn die blaetter durch den wind in ihre Teiche getrieben wurde tötete dieses Wasser die Menschen, es folgt die Beschreibung mit wir brachten sie zu denen Monadelphisten der Saame davon ist in der Samlung die mitfolget die getrocknet Pflantze were von Madrass die Ehre haben nebst vielen andern zu senden wo ich sie hinterlassen habe. Ein starck drohendes Gewitter von der Nordlichen Seite trieb uns nach Suden zu herunter, zwischen 3 und 4 Uhr Nach Mittags war die Hitze unter dem erstickkenden Gebüsche ohne Zug Wind 33 ¾ Grad über 0 nach dem Reaumürschen Thermometer, ich fiel in Ohnmacht nieder und durch dem Übergiessen mit Wasser brachte man wieder mich auf, um 6 Uhr erreichte wieder mein Qwartier. Mein Gefolgs Mann war ein Englischer Artzt, ein junger überaus fleissiger und eifriger botanist Chambell genant. Den anderen Tag nahm Er die Höhe des berges ab und fand es an dem einen Ende 5 000 fuss hoch.

Der zweyte hohe berg der dem Taffel berg auf Cap gleichte, und eine gute halbe Tage Reise uns kostete ehe wir an dessen Fuss kahmen hiess Nair Naeuram. Auf welcher Reyse wir viele wilde hüner antrafen und ihr Lockkender Gesanck der einer Menschen Stimme was gleicht erfreuete uns sehr. Ich suchte sie in Schuss zu bringen, alleine sie leben bestaendig in sehr dickes Gebüsch versteckken sich an der Erde unter dem niedergefallenen Laub also dass ein Hahn mir nahe das Gesicht vorbeyflog, ehe ihm gewahr wurde im Flug steigen sie mit einem Geschrey hoch über die baeüme, in einem halben circkel lassen sie sich weit wieder nieder. Auf einem mittelmaessigen berge fanden wir eine neue species von Santalum, dieses war auch ein Tetrandrist selten pentandria, es hatte aber nicht die aufrechtstehende Nectaria wie dass Santalum album, die blüthen waren grösser sonst hatte es dieselbe Eigenschafft dass die jung aufgeschlossenen blüthen weiss grünlich, aber hernach dunckel purpur roth werden. Dass Holtz war gantz schwartz braun, und die blaetter gantz anders wie bey dem gemeinen Santalo der in diesem Gegenden in Gartens, bey denen Pagoden selten in denen Gebüschen waechst. Eine sehr schönes und neues Acrostichum fand zuerst auf eben diesen berge verschiedene halbrunde aufrechtstehende Stipiles kommen aus einer faeserigten Wurtzel dessen Frons ein rundes durch einen Falten gestreiftes am Rande etwas aus gezacktes an einer Seite getheiltes blatt ist von blass grüner Farbe (canescenti-viride), wenn es dürre ist so haengt dass blatt in Falten neben dem Stiel gantz nieder und wenn es geregnet hat stehet es schon horizontell ausgebreitet. Der Aufgang zu dem 2ten berge fingen wir hier auch vor Tage an. Die gifftige Staude fanden wir hier in noch grössere Menge, und eine grosse Menge von einer neuen Gardenia, welche Eyformige blaetter hatte und an jeden blatt Stiel oder auf denen neuen Knospen sassen tropfenweiss Körner von einer durchsigen Goldgelben farbe dass sehr aromatisch roch, dieses scheinet mir die Staude zu seyn die von so vielen für die Elemifera angegeben worden ist alleine davon sehr entfernt ist. Wir kahmen durch einer tiefen Berg Klufft in die Höhe woselbst zwischen den steinen haeufig wuchs Patilojevi-Marava. Reed. Hort. Malab. Pars xii. Tab. 10 und gantz zuverlaessig ein Acrostichum ist obschon wir nicht mehr wie 3 blaetter unter 1 000 fanden die befrucht waren, weil es nicht die Zeit dazu war. Teka-Marabara. P. xii Tab. 22 von Rheed hing aus denen Ritzen der steilen Waende dieses hohen berges, alleine wir fünden keine Fruchttheile daran um 8 Uhr erreichten wir endlich den Rückken, nachdem wir lange mit vieler Gefahr steil geklettert hatten, hier war die Vorder Flaeche vor kurtzer Zeit abgebrant, indess hatte eine überaus schöne Bignonia keinen Schaden davon genommen obschon selbst die Wurtzel hie und da angebrant war, ihre blüthen sassen fast eintzelt in denen Achseln der lancet Eyförmigen blaettern waren dunckel-blau im Rachen heller wir wünschten und suchten fleissig nach Saamen, vergebens eine schöne Justitia blühete hier auch, mit ovalen fleischichten blaettern, und weissgrünlichen blüthen, ich hatte diese aber nur für eine Abaenderung von der Hyssopifolia. Ich eile zu erzählen dass wir hier die ersten rothen Sandel-baeume und ziemlich haeufig antrafen, davon die beschreibung mitfolget. Vor schwartz Eben Holtz wurde uns gewiesen ein baum mit Orbiculairen blaettern, welche neben dem blatt um pedunculo an jeder Seite eine Glandel hat. Die blüthe zeigten unwiedersprechlich dass es eine Terminalia des Herren Ritter ist die Frucht ist vollig gleich der gelben Myrobalan der Apoteker von welchen ich schon vor 6 Jahren eines beschrieben habe und weil ich Terminalia nicht in System fand, zwang mich zu glauben dieses eine Spondias zu seyn, diese letzgenante Frucht hat hier in der Farberey, in der zu bereitung des rothens garns des schwartzen Leders einen ausgedehnten Nutzen in der Saamen Samlung folget auch etwas mit. Eine vortrefflich feuerrothe Tulosae blüthe überdeckte fast gantz einen kleinen Baum dessen blüthen Stengel mit gefaerbt und vollig wie mit einem Sammet überzogen war, es war ein diöcist und wir fanden keinen andern baum mehr dieser Art auch sahen wir nicht ein eintziges blatt an diesem baeumchen. Bassia alpina wuchs hier mit grossen ovalen blaetter die wir beschrieben nebst eine Menge anderer die im blüthen waren alleine die Abgetrockneten Straeucher zeigten genuug an dass zu einer andern Zeit unendlich viel mehreres neues zu finden waere die Stapelia welche ich schon bey Tanschauhr ehedem gefunden stund hier auch in blüthe und frucht ihre blüthen sind alleine zureichnend sie von allen ihren Arten abzutrennen dass sie eine neue species also ist, welche eine gantz kugelförmige Dolde (corymbus) ausmacht wie der Opulus und auch vollig so gross, nur ist jede blüthe grösser wie die blüthen des Opulus. Die Farbe ist dunckel bluth roth. Ein kleiner Bambos wuchs hier mit Verticillaten sessilen blüthen, hiebey will erzählen dass im Tahl man uns bestaendig erzaehlte wie dass durch em aneinanderreiben der Bamboss baeumen der bestaendige brandt auf denen Gebürgen entstünde, heute waren wir Augenzeugen wie es zugehet, unser Kraeuter Man, Tamulisch Illeri, setzte mit vorsatz Feuer in dem hohen Grasse der über ¾ Mans hoch und gantz dürre war, ehe wir uns umsahen lief das Feuer mit dem Winde lange Streckken weg das andere brante den hinten nach langsahmer. Die Uhrsachen sind gedobbelt erstlich dass sie dadurch die Tiger erschreckken, 2tens wenn nun die kleine Regen Zeit komt spühlt es die Asche herunter und düngt vortrefflich ihre Akker. Aus dieser Uhrsache hatten wir wenig uns zu fürchten für diese Thiere, und dieses war auch Uhrsach dass wir so wenig andere Thiere als Vögel zu sehen bekahmen. (Illeri heist ein Kraeuter Mann, hier sind viele die von dieser Profession leben, und fast bestaendig auf die Gebürge sind.)

Eine besondere Art von Euphorbia sahen wir hier dessen Wurtzel war wie ein Rettig ohne blaetter mit einem fingerlangen bluhmen Stiel worauf eine kleine dolde von blüthen, die eintzelten blüthen waren ziemlich gross, sie hatte keine blaetter, verletzt gab sie viele Milch, wir santen ein Theil dieser Wurtzeln nach Madrass. Exacum war hier eine besondere Varietaet fast Mans hoch. Blaetter und Stengel hatten keine Stacheln, die Frucht war roth wenn sie reif war (der andern ihre ist schwartz) und hatte eine schönen Geschmack, wir samleten viele Frucht die uns von denen schwartzen gestohlen wurden. Die Fläche dieses berges bestund aus lauter sehr harten aus Qwartzigen Sand zusammen gewachsenen Steinen, und ich kann es am deutlichsten die Ehre haben den Herren Ritter zu erkennen zu geben, dass es völlig dem Stein gleicht der bey Cimbris-ham am Meer Ufer faelt. Dass mehreste war Schnee weiss, seine Abänderungen gingen zu der rothen Farbe, und zuweilen fand so feine Stückke dass ich mit dem Microscop nicht Theile entdeckken konte, am Rand durchsichtig im Aufschlag etwas convex mit halb-circklichten linien brach, und also Eigenschafften des Petro silicis hatten. Mit der Nacht kahmen wir diesen berg herunter wo ich mir wünschte noch viele mahlen zu kommen die silbernscheinenden Diadelphisten besser kennen zu lernen wenn sie in blüthen sind. Wir setzen unserer Reyse von hier ab, wo man von nichts als blüthigen Schlachten redete, wobey 4 auch 6 Mann auf dem Wahl Platz geblieben waeren, denn diese Gegend wird von vielen kleinen Königen deren Anzahl sich auf 9 belaeufft regieret, und dem Nabab von Carnatic tribulair sind, übrigen unter sich krieg und friede machen können so viel sie wollen, ihre Gewehre sind Spiesse an sehr langen Bambos Stangen Gewehre mit Lunten Bogens, und wenige haben auf der Achsel einen verrosten Saebel haengend, da eben jetzt eine Batallie vorgefallen war so will davon auch erzaehlen was mir davon erzaehlet geworden ist, wenn die Armeen so vieleicht zusammen aus 12 000 Man bestunden sich einander sahen, fungen sie an zu schreien dass die Taehler damit angefült wurden kaum kahmen sie sich nun so nahe dass ein Pfeil sie treffen konte, wer nun am meisten bange war fürs Geschrei und Echo der Taehler ging zurück, und im verfolgen wurden einige verwundet, diese müsten die Tote heissen. Der General dieser Armee von einer Seite besuchte uns und besorgte unsere Begleiter dieser führete 6 Metallene Canonen und einige kleine Mörser mit sich die in guten stande waren alleine sie waren auch noch nie im Felde gebraucht worden. Unsere Reise setzen wir fort zu dem heiligen berg, der Heyden Tripuddi genant. Der Weg ging durch weite Tähler wo wir nichts als eine neue spec. von Carduus haeufig fanden und eine species von Echinops in denen abgeernten Feldern. Den zweyten Tag der Reyse kahmen wir des Abends in dieser Gegend an, wann eine schöne und noch grüne Plaene die ziemlich gross war welches mit einem Strohm durchschnitten wird. Auf dieser Plaene weideten mehr wie hundert Phoenicopteri, die in der erst mir als eine heerde grosser Schaafe sich vorstellen, ich ging sie nahe und als den erkante sie zwischen diesen war ein gantz weisser Vogel grösser wie der Scolopax Arquata, der Schnabel war lang krumgebogen starck über eine Spanne, und kohl schwartz. Eben also waren seine lange nackte Füsse der Kopff und Hals war mit dünnen Federn bewachsen und etwas Aschen faerbig, bisweilen ist der Hals fast nackkend, zu andern Jahres Zeiten habe ich sie anderwaerts fast mit gantz weissen Federn bewachsen angetroffen. Die Rand Federn sind ein wenig schwartz grau, und die Enden der ersten grossen Flügel Feder alles übrige ist Schnee weiss. Unser Qwartier nahmen wir in einem Ruhe haus zwischen dem Fleckken und den Aufgang zum heiligen berge, welches deicht mit baeumen bepflantz die mit grossen ordinairen Affen angefült waren und welche den Reiss unsern Leuten stohlen wenn sie es nicht bewachten. Noch demselbigen Abend besuchte uns der vornehmste Brahmer der dass Befehl hatte im Tahl über die Einwohner und für die vornehme ankommende Wahlfarter sorgen muss. Dieser sonst sehr brave Mann kündigte uns an dass kein Christe noch irgend einer andern zugethanen Religion diesem berg aufgehen konte, und zwar hatten diese Fremde auf dem grossen Wege die Erlaubniss durch dreyen Tohren durchzukommen an anderen Stellen aber musste keiner auf 1 000 Schritt dem berg sich nähern. Des Morgens gantz frühe gingen wir also den grossen aufgang der mit Steinen gepflastert war von ungleicher Grösse, die Steine waren von denen schon vorher gemeldeten Qwartzigen Sand Stein art, meist fleischfaerbig und war nicht ein tiger Stein zu finden wenn es an nur 3 Zoll flaeche hätte, wo nicht die Figur eines ausgebreit liegenden Menschen oder Nahmens der gewesenen Wahlfarter eingesitzt stunden; die breite dieses weges machte 10 Schrit aus an denen Seiten war es eingefasst, zur linken waren die Grabmaehler wie Haeufer einiger auf dem berge wohnenden heiligen Leuten. Die einigen Orden ausmachen 100 an der Zahl da seyn müssen. Viele Ruhe Haeuser waren hier an denen Seiten gebauet entweder von Nationen oder von Familien oder Reichen Leuten, die zur beqwehmlichkeit der Wahlfarter dienen, diese sind alle aus gehauenen Steinen, ich will d. H. Ritter nicht mit denen Juthürnern dises blinden Volcks aufhalten, nur eines erzaehlen als ein beyspiel zur rechten hand war ein grosser 2 Man hoher breiter block von dem feinen rothen und mit weissen Flekken hin und wieder gemischter harter Sand Stein, in diesem waren viele ablaenglische glatte, glaentzende Gruben, die Erzaehlung davon wie sie entstanden war diese: Ein vom Teufel besessener wolte auf zu denen auf dem berge wohnenden Goetzen, welche es ihm aber nicht erlaubten, aus Aergerniss stoste Er gegen diesen Block mit dem Kopff; die Goetzen die ihm hart strafen wolten machten sein Kopff hart dass er lange anhalten konte mit diesen Stössen gegen den harten Stein, bis endlich sich sein Kopff zerschlug so viel ich aber gewahr werden konte von den Wahlfahrtern so geschiehet dieses mit denen Fingern dass sie mit ihnen in solchen Gruben fahren aus einer devotion, und sie küssen an solchen beyspiele fehlet es nicht an römisch catholischen Ortern. Wir kahmen endlich bis zu der angedeuteten 3ten Pforte welche zugleich eine Pagode war wo viele reliquien und Goetzen bilder waren, hier wurde eine starke Wache gehalten, wir bekahmen noch die Erlaubnis da wir bescheiden mit sie sprachen bis zu den naechsten Ruhe Hauss zu gehen welches aber nur 50 Schritte von der Pforte entfernt war, wo wir nichts als abgöttisches sahen, wir gingen in vollen Frieden zurück. Wir sahen nachmittags einen kleinen Wasser fall einige 1 000 schritt von der Pagode, wo es schön grün aussahe, alleine wir fanden so viele Leute versteckt im Gebüsch die auf uns lauerten dass es uns nicht möglich war naeher zu kommen, dieser fall wurde in einer grossen Cisterne geleitet, und durch Canaehle nach einer grossen Pagode geleitet wo es hohe spring brunnen machte, in welchen sich nur die Bramer waschen mussten, welches schön eingefasst war, es waren mehrere minder kostbahr wo sich andere wuschen. Dieses Wasser war dass weicheste nach meinen Versuchen. In dem Strohm fand an denen höheren waenden dass unterste Stratum ein [illustration] Stein ist der aus lauter kleinen Sand Stückken bestehet und ungleich löchericht im bruch oder offt Christallinisch ist, schön weiss dabey. Zwischen dem Sand in dem Strohm der nun trocken war fand einige Stückke Vulcanische Schlaggen, andere schaemige halb geschmoltzene Steine und einen kleines Stückchen von einem schönen schwartzen Jaspis. Unser Untersuchungen wurden unterbrochen durch den Anstürmen des Volcks welches uns nöthigte zurück zu gehen. Ich will noch ehe ich diesen berg verlasse da ich nichts von dessen producten und Strata sagen kan etwas von seiner Lage, Ansehen und auch etwas von dem Goetzen Dienste sagen. Es ist der berg ein langer nach und nach aufsteigender sich durch einigen Hügeln abtheilender berg welches von Syd west gantz niedrig anfaengt und Nord Ost eine steil abfallende Spitze nebst Seiten formiret, die perpendiculairen Waende scheinen von dem beschriebenen rothen harten Sand Stein zu seyn. Von der ferne zu sehen stelt sich dieser Berg angenehm vor in dem es eben eine solche höhe hatt dass man Baeume wohl unterscheiden und auch zwischen sie etwas Licht sehen kann. Diejenigen welche von unsern Leuten darauf gehen könten als Heyden erzaehlten dass die mehresten Baeume aus rothen Sandel Holtz bestunden, bey meiner Ankunfft in dieser Gegend sahe dass Wolcken an dem niedrigen Ende dieses Berges ruheten und dass hohe Ende war gantz frey davon, welches beweiset dass nicht die Höhe allein die Wolcken an sich haelt, und dass mehr wie eine Uhrsach deswegen existiret. Es wollen viele der Engelaendischen Christen um Moses wegen diesen Berg zu einen wahren Sinai machen und wollen daher 7 kleine berge zaehlen daraus diese Streckke welche 2 deutsche Meilen lang ist zusammen gesetzt ist, ich zaehlete die Zahl welche ich mir vorsetzte von 5 bis 11 und alle zahlen konten sustiniret werden; so sagen sie ferner der grosse Aufgang bestund in 7 Absaetzen welches eben so willkührlich ist, gewiss ist es die Heyden behaupten es jetzt aber ob sie es ehe die Christen ihnen was davon vorgesprochen haben ist nicht bewiesen. Die Erzaehlung von der Pagode ist diese dass Sie überaus gross wäre dass oben neben der Pagode die prächtigsten Ruhe haeuser gebauet waeren, dass viele schon ausgemaurte Teiche bedeckt Alleen und spatzier Gaenge waeren ist gantz glaublich in so vielen Jahren und von denen entferntesten Heyden als Wahlfarter besucht worden ist, welche zu solchen Gebaeuden allesmögliche beytragen. Der eigentliche vornehmste Goetze zu dem die Wahlfarten geschen heist Wengidesaperumal, soll aus Gold gemacht seyn und auf einem Drey fuss sitzen. Die Uhrsachen warum Wahlfarten hieher geschehen sind Unglücksfaelle die einer Familie wiederfahren ferner abzuwenden. Gelübde in schweren Kranckheiten. Unfruchtbahrkeit der Weiber &c. Ein jeder Wahlfahrter oder der auf diesem berge die heilige Pagode besuchen will zahlet zuerst eine Pagode welches ohngefehr 6 Daler Silber Müntze zu den Goetzen und einige donceure an denen Braminen, reiche Leute zahlen nach belieben mehr, ich sahe Wahlfarter welche in der ferne in einem Geschrey gegen dem berge zu fortgingen. Der grosse Fest Tag der hier eigentlich gefeyret wird ist im September Monath, an diesen Tage stellet sich der vornehmnste brahmer auf der äusersten Spitze des steilen Berges dem Volcke mit Gott redend vor, in einem grossen Dampff und Feuers Flammen, und giebt hernach dener übrigen zu wissen was Gottes wille waere gewesen und was Er mit ihm geredet hatte daraus den gute oder böse folgen dem Volck erklähret werden. Ich bin in einer solchen Zeit nicht da gewesen, sondern dieses war die gemeine Erzaehlung hier. Am Fuss dieses berges wird Mittlerweile Jahr Marckt getrieben, hauptsaechlich mit Persianischen, Arabischen und andern Pferden wozu sich sehr viele Mahometaner von allen Orten einfinden.

Wir verliessen diesen Ort nach einiger Tage Aufenthalt, folgeten in unserer Reyse dieses heydnische heilige Berg Streckke. Strychnos Nux Vomica war hier haeufiger als in Sweden die Eile oder Ellern das mehreste wuchs nur als Strauch selten waren Baeume, alle aber waren angefült mit Früchte die mit ihrer hohen Orangen rothen Farbe paradirten, und die Erde war gantz betstreuet mit denen Körnern, welche noch zum theil grünlicht aussahen von den darauf sitzenden faulen fleisch einige unserer Leute nahmen von denen grösten Baeumen Stückken von ihren staemmen mit die 6 bis 8 Zoll im Diameter hatten, und hier dass beschriene wahre Lignum Colubrinum ist woraus Schaalen und Becher gedrehet werden um bittere Getraencke zu machen, und ist hier keine andere Art zu finden gewesen, obschon Millione von Strychnos hier allenthalben wuchsen als die Strychnos die ich Tetan- Kottae nenne, diese fiel hier auch aber selten, und ist bestaendig ein mehrstammigter baum mit einer laenglichten Krohne gewesen, die blaetter sind mit der gemeinen fast gleich auch in Absicht der Nerven, dabey sind sie ein wenig gezaehnt, zarter dunckler von Farbe wenn jene bestaendig sehr hell grüne sind Cirrhi habe an keine nicht die geringste Spuhr von getroffen es sey den dass bisweilen die jungen Enden etwas mehr herworgeschossen sind. Die zertheilung der Aeste der Tetan Kotte ist gantz unterschieden weil sie dicho oder trichotom und dabey gliederigt ist mit einer weissen Rinde überzogen, wenn jene immer grün sind. Die blüthen der Tetan Kotte sind an denen Gliedern der Aeste verticilli die laengere Stielchens, und dichter mehr blüthen zusammen gebracht haben; der Tubus Corollae ist laenger, schmahler, der Schlund gebaertet. Die Farbe schon weiss und geben den gesundesten staerkenden aromatischen Geruch der nur seyn kann in der Welt und füllet gantze Gegenden damit auf, davon mir in vergangenen August ein eigner Zugfall wiederfuhr. Die Früchte sind etwas grösser wie die Pfund Kirschen sind mit einer dünnen haeutigen Schaale überzogen, sehen dunckel bluth roth aus, und haben auch ein solches Fleisch worin der Kern nistend ist. Dieser ist kugel rund dabey wenig platt gedrückt, hat eine Rinde die da eben also ist wie der gemeinen ihre. Die unreifen Früchte werden in Saltz und Essig mit Gewürtze zum Atschiar eingemacht. Die reifen Früchte sind in denen buden zum Verkauf der grösste Nutzen ist das hier an vielen Ortern so schlechte Lettigttrübe Wasser zu reinigen, welches ich also gelernt habe zu machen man nimt einen Eymer grossen unverglassurten Topff in diesen giesst man zu erst etwas Wasser in, als den nimt man einen kern zwischen denen Fingern und reibet in dem Topff zuerst am boden hernach spiral in die höhe mit diesen kern, laesst nach der hand mehr Wasser zu schlagen, wendet den Kern stets also dass hauptsaechlich die Schaal-Seiten abgerieben werden die eine grösser quantitaet von einem adstringirenden Schleim enthalten als der Kern, man haelt mit dem Reiben so lange an dass der Topff gefült wird und dass Wasser wie mit Moltk Flockken angefült werden welches man darauf sich absetzen laesst selten gehet mehr ½ Nuss zu einem so grossen Topff zu, und ich habe nicht die Spuhr eines Abgeschmacks entdekken können dass davon waere auch niemahlen schlimme Folgen erfahren bey andern oder mir, ich smeckte dass fleischigte der Frucht welches zuerst süss hernach bitter und adstringend war. Die blüthen der gemeinen Strychnos haben einen dückkern kürtzern Tubum sind gelbgrün von Farbe. In eben diesen Tahl sahe zuerts die Mimosa welche ich zwar Corrigera genant habe doch daran zweifle dass sie est ist blüthe und frucht fand etwas aber fast gar nicht blaetter. Ich sende hiemit den Herren Ritter Saamen Pflantzen getrocknete und vollstaendige exemplare nebst einer beschreibung sie wuchs hier wenig, bey Tirutschinapalli ist sie sehr haeufig ihr blüthen in laenglichten Ähren unterscheiden sie leicht von denen übrigen, die da kugelförmige Aehren haben. Zwene neue Terminalia und eine Adelia beschrieben wir heute, letztere wuchs in einem Strohm zwischen Steinen und machte ein schönes Ansehen, wir kahmen den Tag darauf in dem Königreich Calastri besahen eine grosse Indig Fabrique hier an beschrieben sie so genau wir konten, besonders war es dass hier die blaetter von dem Nerio divaricato mit zugenommen wurden, und eine extraction mit simpel Wasser aus der Rinde der Jambolifera welches eine rothe Farbe hatte wurde mit zugegossen zu der Extraction. Die gantze Fabrique war unter dem freyen himmel, an einen kleinen bach der ihm es alles beqwehm machte und die lange nach zwischen seinen Reihen Töpffen floss. Der Herr Directör dieser Fabrique war nur ein eintziger Althaffter Mann, der aber sehr aufrichtige und bescheidene Antworten uns ertheilte auf unsern Fragen, dieser hatte einen hantlanger und ein weib die ihm die Kraeuter zubrachte neben bey hatte er eine hütte worin er sich zu Mittage ausruhen konte, dass praecipitat trocknete er auf leinewand welches der Indigo am fuss eines berges fand einige baeume welche den habitum von Carica papaya hatten alleine vergebens war alle Mühe blüthe oder frucht zu finden. Nachgebends habe die Figur in Rumphii Herb. amboin. gefunden sie unterscheidet sich sehr mit ihre lange in Lappen getheilte blaetter. Cassia fistula war hier sehr haeufig und viele mir unbekante dinge musste fürs künfftige lassen weil sie weder blüthen noch Frucht hatten. Am Wege lagen lange halb mans dickke balcken vom Santalo rubro, die nach Palliacatt gebracht werden solten, es wird durch Menchen mit angebrundenen Strickken aus denen Gebürgen geschlept, und hernach auf Raeder mit Büffel Ochsen. Wir passirten die Residence des Königs von Calastri welches an einen Ende einer langen berg Kette in einer sehr angenehmen Gegend lag, eine berg verstung zu seiner beschützung hatte, dass auf dem Ende bemeldeter berg kette gebauet war und eine 2te war neben der Stadt auf einen hohen Felss. Die Stadt hatte lange bereite aegale Gassen, schöne haeuser nach Indianischer Art, lag etwas hoch zur lincken Seite war ein grosser tiefer Teich und gegen Osten ein sehr weites Feld, man sahe hier die muntersten Leute die war auf der Küste antrifft, wozu man die Uhrsache auf dem guten Regierung ihres Königes angab, besonders solte der jetzt regierende ein sehr kluger Herr seyn, dieser ist auch der maechtigste von allen denen übrigen gemeldeten kleinen Königen. So bald wir hier aus diesem Tahl kahmen hatten wir dass flache land wieder, indes hielten wir uns zu der Seite der berge, wir funden vieles was neu uns schien zu seyn aber alles ohne blüthe und frucht. Bignonia indica stand hier hin und wieder mit gantz runden pinnis, ich weiss nicht ob es nur eine varietaet seyn wird. Einige siliquae alleine erhielten wir. Die vorher beschriebene Gardenia war hier haeufig, und wir samleten einen gantzen Theil Gummi davon, beobachteten aber dass die Quantitaet des Gummis abnahm bey der Entfernung von denen Gebürgen; wilde hüner waren so haeufig hier wie wir sie vorher nicht angetroffen hatten, am fuss eines berges passirten wir da nichts als milch weisse Qwartz Steine in Wege lagen, durch einer Seh-Röre sahe dass ein Gipfel von denen Gebürgen der am naechsten war nichts anders war wie diese Stein Art ich wünschete mich ihm naeher zu kommen, alleine es war unmöglich für die erschrecklichsten Mimosen die hier die Gebüsche in einander flochten, und unsere wegweiser sagten dass wir Mühe haben würden zur nacht dahinzukommen wo menschen wohneten, welches auch nicht eher geschahe wie nach Mitternacht. Den drauffolgenden Tag kahmen wir nach der Plaene und liessen also die Gebürge in Rükken. Strychos Nux vomica wie Straeucher und Gardenia Gummifera blieben bey dass gemeinste Gebüsch auszumachen alleine. Kaum waren die blaetter mehr haartzigt anzufühlen, und die Tropfen des hartzes waren gar nicht mehr zu sehen. Bauhinia spicata hatten wir schon viele mahlen gesehen auch bey Nair Naeopam schon beschrieben. Hier stunden verschiedene an einen niedrigen Ort, die kleinen blüthen sind weiss und die Petala liniaer, die obersten zurückgebogen, die untersten sind kürtzer mehr offen stehend, es ist die kleinste blüthe von allen bauhiniis die ich gesehen habe. Sie hat 10 stamina. Der baum ist sonst schön anzusehen wegen seinen kaum eines Mannes hohen Stam und eine proportionirte runde Krohne. Die letzte Pflantze die wir auf dieser Reyse beschrieben war eine Hottonia indica und wie ich glaube eine 2te Species 4 Monathen musste auf eine elende Arth verlieren in Madrass darine ich nichts als leidiger Müsig Gaenger taeglich meine Kopffloosse Aufwärtung bey dem Nabab machem müsste, der so viele Bluth Igel um sich hat die mit Schmeicheley List und Zwang Ihm dass Geld abzunehmen wissen, und ich erhielte Papiere, die aber noch nicht giltig geworden sind.

Der Landwind war hier überaus starck, und alles wird mit Staub und Sand hier des Tages über angefült, die Lufft dadurch dick und trübe. Madras hat diesen Nachtheil dass kein frisches Wasser zu ihnen in denen Monathen Juny und July von denen Gebürgen herunter komt dessen der mehr südliche theil sich zu erfreuen hat. Ich entdeckte nur eine im Sand wachsende Bignonia mit orbiculairen ausgezaehneten blaettern, und dass in Rheed. Hort. Malabaric. Pars X. Pag. 23. Tab. 12. Nir. Vall. Pullu ein Andropogon ist mit einer Panicula laxa rara. Eine Mimosa scandens foliis bipinnatis spinis sparsis wuchs hier bey diesen Teich dass mit gemeldeten Grasse überzogen war, hatte keine blüthen die blaetter smeckken schön sauer, die Schoten sind gliedericht inwendig was fleischicht (pulpa) werden zum wachsen der Köpffe als eine besondere Reinlichkeit gebraucht auch inwendig als eine Medicin in starken decocten, es erreget einen starcken Ekel, bisweilen Erbrechen, treibet dabey den Schweiss und Urin. Die Malabaren nennen es hier überall Tsiaka, es waechst an vielen Orten, niehmahlen habe ich blüthen gefunden, sie sagen aber es waeren gelbe Knospen die kleiner waeren wie der canescens ihre. Anacardium officinale beschrieb hier aus einem Garten wo junge baeume davon stunden es folget die beschreibung mit sie ist himmel weit von dem andern unterschieden in allem die Englaender nennen es Marking Not. weil alle Leinewands wahren mit dem schwartzen öhligten Safft in der zelligten haut befindlich ist durch damit ausgeschmierte Stempels bezeichnet werden, worauf lebendiger Kalck sogleich geschmieret wird, welches die Farbe erhebt, und es dauerhafft macht, doch laest es sich frisch noch mit andere weiche öhle ausnehmen. Und ein jeder haus wirth bedienet sich hier mit sein Kenzeichen auf seinem Leinzeng darauf zu setzen, d. 13 July verliess endlich Madrass. Zwischen Sadras und Pondichery traf in einer sandigen Wildniss viele baeume an von diesem Anacardio, ich weiss nicht anders ich habe die Ehre gehabt vor einiger Zeit davon exemplare den Herren Ritter zu senden unter dem Nahmen vom Wald Mangos wofür ich es hielte weil ich keine Früchte davon fand woraus ich es recht unterscheiden konte, d. 4 August reisete von Tanschauhr nach Tirutschi napalli wo ich haeufig antraf eine Capparis eines Mannes hoch dass da lancet formige lederhaffte blaetter hatte eintzelte grosse in den Achseln auf kleinen Stielchens sitzen blüthen, die da weisse lancetförmige ausgebreitete petala hatte welche an der basin dunckel Purpur roth sind die giebt grosse gantz knoterichte bewachsene meist rund früchte wie Äpfel, ich nenne sie horrida, sie hatt wenige blaetter, desto mehr krum gebogene sehr spitzige gegen einander gewachsene Stacheln neben denen blaetter Stielen, welche einem haut und kleider zerreissen. Die 2te Capparis Grandis war hier ein grosser baum, den ich schon laenger gekant habe, die beschreibung und exemplare folgen mit. Den Citrum trifoliatum fand hier wieder aber jetzt nichts als frucht die noch nicht reif waren. Die Mimosa cornigera welche vorher schon gemeldet war die gemeinste Pflantze besonders war dass diese gantze Flaeche aus bergmull bestund und ich fand hier Steine und Pflantzen die ebenfals ehedem nur auf die berg Spitzen vorfand, hier und da waren steile aufsteigende hügel in dieser grossen flaeche gestreuet, welches ich bey meiner Ankunfft in Tirutschi napalli den Gelehreten Protestantischen Missionarium H. Pastor Schwartz ein Deutscher erzaehlete dieser so überaus gute als kundige Mann unterrichtete mir dass die Bramer eine Erzaehlung hatte, dass ehedem ehe die Mohrischen Regierungen hier im Lande gekommen waren, ein überaus guter und glückseeliger König diese gantze Küste beherschet hatte dessen nahme Soren-Mandel geheissen, und von diesem rührete der Nahme Coro-Mandel (Mandel heisst eigentlich Tamuhlisch ein grosser strich landes) dieser residirte bey Tirutschinapalli neben bey wo noch ein kleiner Dorf mit demselben dahmahls geführten Nahmen ist, zu seiner Zeit soll die gantze Gegend gesuncken seyn und es bekraeftigte sich diese wahrheit taeglich wenn Leute noch etwas tief graben so kommen sie auf Rudera von Gebaeuder. In einen schönen grossen Garten des ehedem gewesenen ersten Doctors H. Boswalls fand Hekken von dem Hibisco welchen ich roseo genant habe, die schönen rothen blüthen waren angenehm zu sehen, ich habe es nicht anders als unter dem Nahmen von Pentapetes durch die citation des Herren Ritters finden können im Rheed. H. M. alleine dieser waechst hier ein auch haeufig, mir sagte man diese Pflantze waere von denen dort benachbahrten Gebürgen hieher gebracht. Datura Tala wurde hier gebauet und als eine sehr Medicinische Pflantze gehalten für der Eclampsie der Kinder und für convulsivischen Kranckheiten der Alten in decoctionen gegeben, der hiesige Gärtner errinnerte dabey dass bey zu grosser dosin hefftige Kopff Schmertzen und Rasereyen entstunden, zuweilen der Todt, die Mahometaner brauchen diese Pflantze auch wie die übrige betaeubende Pflantzen. Deswegen so habe offt es gefunden in solchen Gaertchens wo diese religions verwante ihre Morgen und Abend Gebehter verrichten. Dass vortrefflige aussehen der ineinander geschobenen dobbelten aussen blau und inwendig weissen blüthen habe ich nicht nöthig den Herren Ritter so genau zu beschreiben. Averrhoa acida war hier haeufig, diese ist gantz zuverlaessig eine species von Phyllanthis das besondere der Pagoden des vortrefflichen Teiches der hier am fuss des steilen berges der Pagode lieget das Antique des Schlosses als eine Residence der vorigen Könige der vortrefflich prospect nach denen berühmnten heilig gehaltenen Ströhmen, des Collorams und Caveries, die besonders grosse Pagode die so erstaunende Pfeiler aus einem Stück hat Seringaram genant sind. Nachrichten womit ich die Zeit des H. Ritters nicht rauben will. Ich kahm nach 6 Tage wieder zurück nach Tanjauhr und bereitete mich zur Abreise nach Zeylon welches ich auch d. 27 August in der Frühe antrat, zuerst musste eine grosse Dürre Wusteneyen passiren zum Mittag kahm in ein Ruhe Haus, wo ich die grosse baeumigte Mimosa haeufig antraf, sie stund in blüthen welche waren kleine kugelförmige Aehren die in der Mitte am Aehren Stiel von ein Paar Bracteae umfasst waren, die Menge der Ähren waren in einer grossen Panicula zerteilt, die naehere beschreibung davon kan wegen Zeit Mangel nicht liefern alleine exemplare folgen mit, die Rinde giebt durch der Reaktion einen brantwein, und ist am besten geschickt zum Leder, besser als die Rinde von der Mimosa nilotica. Nepeta biflora wuchs hier in grasigten schattigten Wiesen. Des Nachmittags passirte viele angenehme Gegenden welches gewiss im Januario mehr seyn müssen. Vom Ficu Benjamino war hier der weg beflantzt dessen Stam war kein ½ Mann hoch von der Erde alleine die Krohne war oval dicht und sehr gross. Cassia javanica war hier der gemeinste Strauch und seine haeufige blüthen divertirten sehr des Abends ruhete bey der kleinen Vestung Patte Catte, wo sehr schlecht Wasser war, vor Tage reisete von hier ab, die gantze Gegenden die wir zu passiren hatten waren ungebauet und dicht mit Gebüsche bewachsen, mann nennet dass gantze Land bis nach Ramaniseram ein heydnischer heiliger Ort, dass Land der Callerer oder der Raeuber, welche ehedem hier mehr frequentiret haben wie jetzt, einige Todten Köpffe von Menschen traf hie und wieder an welche mir gesagt wurden von erschlagenen waeren, in dieser Gegend traf zuerst die Mimosa an welche die gantz flache Krohne hat, wovon ich die Ehre habe auch d. H. Ritter exemplare mit zu senden nebst beschreibung einen dieser baeume; ihre Krohne traf über 45 Schrit breit; der Stamm war nur nur ½ Manns dickte. Um 11 Uhr Vormittags kahm an in einer Chanterie oder Ruhe Hauss dass an dem Freto Zeylanico lieget, welches ein ausserordentlich grosses weitlaeuffiges Gebaeude ist und viele Abtheilungen und auch einige auf 2 Etagen hoch hat. Es gehöret eigentlich dem ersten Bramer des Königs von Tanschauhr, dieser aber giebt die dazu gehörige Einkommen zu denen armen Wahlfahrten nach Ramanisseram, diesem nach sollen taeglich 100 dergleichen frey hier unterhalten werden alleine keiner wird laenger gedreltet als nur einen Tag, und so muss er wandern. Es sind hier 2ne Pagoden bey, unter denen Goetzen die hier verehret werden ist derjenige mit einem Affen Kopff der vornehmste und jeden Abend sahe wenn es dunckel geworden war die Goetzen dienstliche verrichtung aus meinem Zimmer an Am Meer Ufer fand jetzt haeufig in blüthen eine Stade welche dem Geschlecht der Phyllanthis am naehsten aber ein diocist ist, es ist diejenige gewiss welche Herman die weissen kleinen birn mit denen Aneysen Eyern vergleichet, ich habe diese Pflantze sehr offte schon beschrieben aber niemahlen gute exemplare conserviren können, deswegen muss wieder den künfftigen herbst erwarten. Aloe pumila wuchs am Strande haeufig, und der gantze Strand war haeufig bewachsen mit der neulich gemeldeten Mimosa die alle nur Straeuchser waren selten dass einer in Stamm sich erhob die Meer Pflantze welche ich beschrieb heute, dessen blätter dem Junco squarrhoso was gleichen bedeckte den gantzen Strand, wurde trockken ohne zu faulen, obschon es haufenweis auf einander lag, noch andere waren hier eingemischt von denen ich nicht alle Frucht Theile erhalten konte. Die hier nun im trocknen stehende brusters fauleten und fülleten die Lufft mit ihrem Gestanck an. Ich nahm hier einen both mit welchen ich den gantzen Sund durch hinauf reisen und alle abend am lande anckern müssten, waere die Regenzeit nicht so nahe gewesen so haette ich durch mehrerer Zeit sehr vieles ausrichten können. Den ersten Abend kahm zu liegen wo sehr haeufig von dem Acoro Marino Rumphii war, allein ein starker Regen Guss hiess mir mich inne zu halten, in der Nacht gingen wir davon, die Matrosen welche aus dem mudderigten Wasser dass booth ausstiessen worfen mir eine Mollusca zu dieses war meist ein Fuss lang und 3 Finger breit, oben convex, unten mehr Patt an beyden Enden zugerundet. Die gantze haut war wie ein Chagrin knotrigt doch mit megalen Knoten, am bauch waren die Knoten flacher, die Farbe war am Rückken schwartzlich (fuscus), am bauch silber farben, an dem vorder Ende ist eine deutliche Öffnung und ich habe auch grosse lange Gedarme ausgedruckt und ausgezogen. Arme habe ich bis jetzt nicht gewahr werden können. Die Tiefe des Meeres war mit einer Art non See Sternen angefült, und am boden des Meeres waren Fleckken weiss einer Art Violett rother Schwaemme, dieser ihre Zertheilungen liefen ineinander also dass sie sich vereinigten und wie gegittert Waren; die Enden alleine gingen was in die höhe und waren meist rund, alles übrige war platt gedrückt, fein, hin und wieder hatte es grössere Löcher, so war es zuverlaessig in der See deutlich bey stillen wetter zu sehen, am boden des Meeres niedergedrückt angewachsen, und so verhielte es sich auch wie ich sie mit langen Stangen woran Eyserne Haacken waren aufzog, ich samlete eine sehr grosse Menge von diesen, wie sie ihre farbe durch den trocknen verlohren verlohr die Lusst sie aufzuheben, ohne nur etwas in Spiritu Vini, wodurch es noch etwas Farbe behalten hat.

Wir anckerten bey Tundi eine Stadt dass dem Nabab von Carnatio gehöret, und woselbst die mehresten Dükkers wohnen welche die Tschankos auffischen welches auch ein Haupt Ort dieses Handels ist, alleine es war nicht die Zeit dass diese Conchilien gesamlet werden, ich unterrichtete mich wegen der so genanten Königin welche die verkehrste winde haben, diese sagten einmühtig dass wenn sie gantze Nester antreffen welche einen runden Kreiss einnehmen, sie gewöhnlich in der Mitte diese Königin oder Mutter antreffen, derjenige welcher eine solche Schneckke aufziehet hat eine festen Premie welches in 10 Porto Novo Pagoden bestehet welches ohngefehr 60 Dahler Silber Müntze austragen möchte. Von dem Pächter dieses handels, welcher eigentlich nach denen Artikeln des Pachts verbunden ist dem Nebab. Dieses gratis zu geben. Der Nabab macht mit diesen Schneckken Praesente an Seine Vornehmnsten Heydnischen Bedienten, kleine Könige, Printzen, Grosse Braminer &c. die es zu ihrem Heydnischen Gottes Diensten auf den Aeltern vor ihren Goetzen gebrauchen, sie blasen auch auf diesen Conchylien, wenn den Tag nach dem Verbrennen ihrer Toten, die Leydttragende mit denen Braminern ausgehen ihre Knocher aufzunehmen damit es in Milch geworfen werden kan, und zu denen heiligen Ströhmen als der Cavery Colloram &c. ist getragen wird mit einer solchen Conchilie blaeset der Vorangehende einen traurigen Tohn alleine nur vornehme haben diese mit verkehrten Windungen. Eine Meer Pflantze welche dem Acoro marit. Rumph. sehr nahe kahm fand haeufig hier die Frucht von, welche neben den Achseln der sich vaginirenden blättern auf einen kurtzen Stiel gewachsen war, sie war gewohnlich rund etwas platt gedrückt, mit einer kurtzen Spitze, auf der Oberfläche war sie geforcht, und durch feinen Zähchen rauhe anzufühlen, mit der Reife zersprung sie in so vielen Riemen als sie Forchen hatte ohngefehr 12 an der Zahl, sie enthielte 3 conische schwartze Saamen. Die gantze Frucht war so gross wie eine ordinaire Kirsche Saamen samlete genuug hievon aber ich erhielte nicht eine eintzige blüthe. Des Abends wie die Sonne untergegangen war also dass nichts mehr lesen konte sahe ins Wasser übers booth um etwas zu lernen in demselben kahm einer maessigen Erbsen grosse aber oval Kugel aus dem boden des Meeres nach der Oberfläche aufgeschlossen, diese war sehr phosphorescirend leuchtend mit einem blaulichten Feuer, sie bewegete sich spiral und schnell auf der Oberfläche des Wassers, und gab hinter sich einen leuchtenden Schweif welcher aus feinen leuchtenden runden Kugelschens bestunden und nach einigen secunden erst verlöschten, der Körper verkleinerte sich und mit einer Feder Krafft zersprang und verschwand es, ehe mich umsahe so wären über 20 dergleichen Körperchens welche alle aus einer Gegend aus dem boden des Meeres hervor kahmen aufgestossen ich liesse welche auf einem Teller fangen, und meiner und aller Verwunderung wurden hierzu gebracht wobey ich durch ein Vergrösserung Glass beobachtete, dass die phosphorescirende Krafft nur in der haut und in unzahligen kleinen kugelförmigen Körperchens bestunden die sich ablöseten, und durch der spiralen bewegung gab es lauter sich den Schweif, zuletzt sprung eine Membran auf woraus eine junge Nereis sehr lebendig vorsprung, sie war ohngefehr ½ Zoll lang und ein Paar Pferdehaare dick, ihre Farbe war schwartz und weiss durch Qweer-Steifen, dass Leuchten des Körpers einer jeden eintzelten daurete mehr wie 5 Minuten und wie alle geendiget hatte war es stock dunckel geworden, die Geschichte ist wahrhafftig, und solten an meiner beschreibung was fehlen, so sind es gewiss Rednerische Ausdrückke, und exclamationen, ich melde mich dieses nur dass zu einer solchen Zeit man an denen Schonischen Küsten konte beobachten, ob die dort flüssende Nereis ihre aus denen Eyern vorkommende junge nicht eben wie diese heraus kriechen. Noch eine allgemeine Nachricht will melden dass hier diesen gantzen Sund durch das Meer nicht sich am Ufer mit starken Wellen bricht sondern gantz stille ist. Medusa porpita schwumen hier in unzaehligen Mengde und schönen Varietaeten. Ein Thier dass im Sande im Meer boden fest sass und viele Arme hatte wie eine Medusa konte nicht aufbekommen weil dass Wasser mehr wie 7 Ellen tief war und ich die balance in der Farth des boothes mit der Stange nicht halten konte. Tsiankos sahen nur gestreuet am boden leben diese waren aber von der besten Sorte die gantz dick in der Schaade sind.

Spongia diffusa, ramosa confluens, depresso-plana, apicibus adscendentibus waren hier haeufig am boden zu sehen. Eine andere Art von Spongia fing an sich zu zeigen, diese hatte die schönste Zinnober farbe, sie hing sich an Steinen oder auf deren dingen parasitica difformis, ramis erectis teretibus subsimplicibus acutis glabris. Ich bedaurete hertzlich dass ich diese so lebendige farbe nicht aufbehalten konte damit ich die Ehre haben konte d. H. Ritter es darzustellen, wir anckerten einer Untiefe wegen sehr weit vom lande. Hier fand die ersten blüthen des Acori marini die ich durch praemien erhielte an meinen Leuten dass sie auswadeten, bey dieser Gelegenheit brachte man mier ein neues Gewachs welche ich den Herren Ritter bitte zu seiner natürlichsten Geschlecht zu bringen eine unförmliche halbrunde Masse macht immer seine basin aus, welche aber auf ihrer Oberfläche eben so narbigt ist wie der übrige Theil der Pflantze, ich nenne es so lange nur Fucus spongiosus fronde erecto, ramoso, ramis quinqueangularibus, lacero- dentatis, foveolatis nitidis. Die Narben sind tiefe Grübchens. Alles ist glaentzend glatt wie mit einem Firniss überzogen, an der basin hat es eine schöne grüngelbe Farbe, die Aeste haben die beste lebhaffteste Oberfarbe, sie hat die Eygenschafft wie aller Fuci dass sie leicht sich an andern Körpern anhaengt wenn sie darauf zu liegen oder da neben komt in spiritu vini wurde sie gleich schwartz, inwendig ist es schwamigt zerreist man es so dauret es nicht lange, so hat es auf dieser zerrissenen Stelle seinen Glantz wie alles übrige durch dem Verbrennen habe nicht den Animalischen Geruch der Schwaemme daran finden können, in dieser Pflantze lebte in sehr grosser Menge an deren basin eine zarte Holothuria, welches ein finger lang und ein feder kiel dick war. Dem Ansehen war sie glatt und durch netzformigen rothen Adern bemahlet, wenn man sie aber berührte war sie streifweiss bewachsen mit Saug Röhren, womit sie sich allenthalben an den Körpern ansangen konte, sie hatte 10 Arme welche am Ende mit vielen Faessern wie ein Dusch bewachsen waren, von bluthrother Farbe. Andere Holothuriae fand heir auch. Imgleichen eine Ascidia die der Echinata glichen wir versuchten den drauf gefolgten Tag nach Zeylon überzukommen alleine vergeblich und also müssten wir wieder dass Land suchen wobey dass booth noch weiter an Strickke aufgeschleppet wurde, also da um mehr die grosse Remanisserams Pagode, die Adams brückke nur 3 ½ Stunde von uns lag dass heutige Neue war dass ich haeufig den Strombum gibberulum haeufig ein paar Schritte tief im Meer antraf, und wenn ich eine solche Schneckke neben dem Wasser legte steckte es eine Schwertförmige hornigte gepaeckt haud vor und arbeitete sich also nach der Tiefe, ich wurde hiedurch bewogen einiger Thiere Schaalen zu zerschagen von welchen ich die Ehre habe den H. Ritter in spiritu vini zu senden, eine vermuthliche Venus Schneckke lehrete mich ein Vogel kennen wo er lebte, welches war da wo dass Meer Wasser fast aufhörete zu seyn lebten diese Thiere unter dem Sand vieleicht 1 Zoll tief in gantzen Gesellschafften, wenn diese aus dem Sande genommen waren und eine Welle überspülete den Sand wo sie lagen, so arbeiteten sie sich in einem Augenblick in dem Sand mit ihrem spitzen Enden dass nichts von ihnen mehr zu sehen war wenn die darauf folgende Welle wieder kahm, ich wurde dieses gewahr durch dem dass ich nur die lebhaffteste gefarbten suchte, und daher viele liegen liess die sich der Zeit zu nutz zu machen suchten.

Stipa spinifex bedeckt hier den Ufer, alleine er war nur klein, weil hier der Flüg-Sand grob war, ich habe bemerckt dass je feiner der Fligsand je grösser ist die Pflantze. Deswegen ist es auch zwischen Porto novo und Cudulur am höchsten. Die mänliche blüthen nehmen bestaendig eine Streckke ein, und so kommen die hermaphroditschen die es dobbelt oder mehr haben alden wieder maenliche und so alternirt es bestaendig, überaus selten habe sie gemischt doch wenige Maenschen gefunden. Die kugelförmige Aehren fallen ab mehrentheils im May Monath, und der land wind treibet sie mit ein ungefaelliges Geraschel snelle fort. Ich versuchte eins in einer Plaene wie geschwind es fortging, und es waren bey 500 Schrit in einer Minuth dass ein starker land wind er forttrieb. Die Malabaren nennen diese Aehren nach ihrer Sprache den Teufels-barth. Einige Euphorbiae mit irregulairen blüthen waren hier sehr gross die Mimosa welche dem Sammeri gleicht war, hier sehr deicht und haeufig als eine [...] Frey Stadt der hier ehedem gewöhnlichen Raeuber. Endlich so traf der gesuchte Wind ein, und wir verliessen das veste land, und segelten also dass wir die grosse Pagode und die gantze Adams brückke ins Gesicht behielten, der Wind wurde starck, Fucus triqueter das hier haeufig waechst triebsich mit lebendiger hier herum, einige entzelte schwartze Wasser Vögel sahe fliehen die ich nicht kante, die Inseln der brückke verschwanden aus unserm Gesicht, und der Schifs Mann rief uns froh zu dass er die erst Insel von Zeylon sehen konte welche sie Kotsche Dive nenten und unbewohnt seyn soll, so bald wir diese im Rückken hatten sahen wir die Insel von Zeylon sehen konte welche sie Kotsche Dive nenten und unbewohnt seyn soll, so bald wir diese in Rückken hatten sahen wir die Inseln worauf die wilden Pferde gezogen werden bald darauf die Inseln Leyden und Amsterdam, wir hatten gefaehrliche Klippen zu passiren des Abends um 6 Uhr langten wir in dem Vorhafen Keitz an, wo alles vicitiret werden muss und wo die Passe nachgesehen werden, hier bekahm einen Lootsen und gantz frühe des Morgens gantz frühe ging nach der Haupt- Stadt dieses Theils von Zeylon, welches Jafnapatnam. Heist der Sinus is über 2 deutsche Meilen voller Untiefen, angefült mit unzaehlige Arten Meer Gewachse und Thiere, besonders Corallinen und Fucus Pavonicus, in welchen viele Signothi lebten, um 11 Uhr langte an bey der Stadt, welches von einer starken Vestung beschützet wird. Ich legte meinen besuch sogleich ab bey dem Cheff dieser so genanten Königreiche entdeckte Ihm meine Absich, war sehr willkommen, weil Er selbst ein Medicus und Kenner der Natur Geschichte, ein grosser Gelehrter, auch Freund des verstorbenen H. Baron von Swieten war. Er ordinirte als bald eines seiner haeuser zu meinem logis und den 3ten tag darauf erhielte ein Schiff zur Corallen Fischerey nebst 2ne Dükkers mit mir, wir müssten über die weitesten Untiefen, wo Fucus triqueter Sargazo ger. Acorus marinus Rumphii, eine Conferva die aber sehr dikke faeden hatte und netzweiss im Kante zusammen gewachsen war auch euer Arm dickke Rohren oder Saekke formirte, die mehresten der Pflantzen waren weil es so spaeth im Jahr so von denen Wellen vernutzt dass man sie nicht wohl untersuchen konte. Endlich kahm an den Ort wo die Corallen gefischt werden solte, alleine der Land Südwind welcher hier in dieser Gegend hereinfuhr machte fast ohnmöglich dass die Dükkers war suchen konten; wir fand einige Madreporen alleine, sie waren verdorben durch die booti leute ihre stangen. Ich setze herüber zu der grossen Insel Zeylon, alleine ausser einigen zinckigten Corallen so fand nichts mehr bedeutend als ein gross Stück von einem schwartzen Schwam der 12 Fuss tief unter dem Wasser an einen Felsen gewachsen war, sie machte einen ein Fuss lang und ½ Fuss breite auch hohe Massa aus, dass sich oben in einigen kleinen zusammendrückten rundlichen Lappen zertheilt ist voller offenen löchern die scharf vorstehende Raender haben, die substance ist mehr fleischigt und komt denen fleischigten Aleyoniis mehr bey. Einen kleinen himmelblauen stachelichten kugelförmigen Schwamm erhielte auch aus dem Meerboden, die Thiere des Madreporen waren fast alle wie todt, bey wenigen sahe dass eine schildförmige haut bedeckt ein jedes Loch woraus die Kaeulenförmige Arm lang hervor stach, in welchem die Arme eingeschlossen waren. Alle sagten dass in denen Monathen January und February alleine die Thiere gross und schön hervorstunden, und diese Zeit die schlechsteste für denen Corallen waeren. Am Ufer fand die kleine Corallina stipitata fronde plana orbiculata, concentrice striata, integerrima, papyracea. Es sass entweder an Conchylien oder Steinen, wenn es lebendig war hatte es die schönste saechsich grüne Farbe, die sich nach und nach verminderte unzaehlige Abänderungen und Species von Schwaemmen Corallinen traf an alleine die Zeit war zu kurtz alles wiederholt zu untersuchen, am Ufer blühete mit Feuer rothen blüthen eine Cardia Sebestana. Dass Biglossum maritim, die von mir so genante Osbeckia, wuchsen hier ziemlich haeufig von Ceanothus bekahm guten Saamen. Es war besonders dass hier aller Baeume ihre Krohnen gantz wiedergedrückt waren und in langen Reihen gestreckt lagen, ohngefehr etwas mehr wie ein Manns hoch, ihre Richtung ging von Süden nach Norden, der dazumahlen blasende Wind war auch sehr starck, und mit stössen als wenn es alles wolte niederdrückken, ein solches aber was nur particulier diese Gegend, wovon ich die wahre Uhrsach nicht genug kenne, ob die hohen Palmeer baeume Borassus und die schraehe Richtung des Landes gegen diesen Sund der eigentlich die Jafnapatnamsche Inseln von Zeylon trent. Schuld daran ist dieses weiss nicht für gewiss aber mir schien es so zu seyn. Den 2ten Tag seit meiner Abreise kahm zurück nach Jafnapatnam, und brachte was erhalten hatte in Ordnung, beschrib hierauf die Scaevola, Melothria, samlete Saamen, und nahm einige Tage wieder darauf eine Reyse nach denen Wildnissen vor, wo die hollaendische Compagnie ihre kostbahre holtzarten erhalten, zu dieser Reyse wurde mit allem nothwendigen unterstützt, so zur möglichen beqwehmlichkeit als zum Unterhalt gehörete, nebst Ordre an allen Unterbedienten mir behülflich zu seyn durch der ausserordentlichen Güte des H. Commandeur Rose ich trat also diese Reyse an, und so bald ich etwas von der Stadt kahm war Justitia Adhatoda Myrtus Caryophylleus und ein Strauch dass pinnate blaetter hat der blüthe und der frucht nach ist es eine limonia die frucht ist eine weisse birne und wird von denen leuten gespeisst ist kleiner wie eine Kirsche offt ablaenglich, aromatisch smeckkend, die blaetter sind ausser ihren aromatischen Geruch betaeubend deswegen brauchen es auch hier im lande die Mahometaner, ihr effect soll bisweilen sie tollmachen. Ich habe es auch gesehen in Schnupfftaback gemischt zu gebrauchen, welchen es einen guten Geruch mittheilet d. H. Solander habe vorigtes Jahr die beschreibung und vielen Saamen gesant. Jetzt folgt am d H. Ritter etwas mit Barleria Buxifolia war gantz gemein in hohen boden, es ist leicht zu unterscheiden von der Tansaurschen, weil diese runde blaetter einfache Spinae axillares hat etc. kaum war ich eyne Tage Reyse von Jafnapatnam, wo ich den schönen Zuruf der wilden Hüner wieder hörete, der Weg ging durch ein deichtes Gebüsch und diese hielten sich am Wege des Nachmittags doch konte man sie nicht viel wie naeher wie ohngefehr 100 Schritte ankommen, der weisse Scolopax oder Tantalus war auch hier, man sagte dass hier wenn Leute es viel essen, so würden sie aussaetzig, ich habe dass Fleisch geschmekkt, und es war sehr bitter, welches der Essig ein wenig benahm, die hier waren hatten einen mehr nackten hals aber schöne weisse Federn, die Einwohner beklagten sich hier für die Tigers und den Canis Hyena, welche ihrem Vieh schaden zufügten. Pfaunen sahe hier auch neben denen Feldern spatzieren, ich versuchte hier einen im Schuss zu bringen alleine sie waren dazu zu ausgelernt und hielten immer mit mir gleiche distance, und wo sie im geringsten Unrath aus den Gebüsch sich vermuhteten flohen sie einige 100 Schrit tief in dickken Gebüsch. Den 3en Tag seit meiner Abreyse kahm bey der Elephanten Förde an wo eine Zoll Stelle ist und ein kleine Vestung von hier bekahm ich einen Wald Fürster mit mir nach der Wildniss, ich hatte hier über diesen Sund der durchgewadet werden musste, ½ deutsche Meile breit und über ½ Mann tief jetz an denen tiefsten Stellen war in Gefolge 3 Elephanten welche nach der Wildniss gebracht wurden andere zu fangen und ihren dritten der noch jung war dazu zuzulernen. Wir passirten zuerst viel Wüstes dickkes Gebüsch unter welchen auch haeufig Citrus 3 folia war, Bignonia indica sahe zuerst hier die blüthen welche nun alle auf der Erde abgefallen lagen, ich beschrieb es so guth wie ich es jetzt konte. Die Mimosa bipinnata bijuga beschrieb auch und bekahm guten Saamen mit dem Untergang erreichte einige hier wohnende Leute, wo ich mein Nachtlager nahm. Man brachte mich die blüthen eines baums von welchen man sagte dass es einen bluth rothen Safft von sich gebe und sehr Medicinisch waere in aeuserlichen und innerlichen Schaedens, ich kante es sogleich dass es Santalum rubrum war alleine es bestund aus 5 blaetchens jedes entzelte blatt und jedes blatt war oblaenglich verkehrt hertzförmig, da bey der andere aus 3en blaettchens jedes blatt bestehet und jedes eintzelte blaetchen ist orbiculair am Ende emarginatum, ich machte nach gute reife Früchte am baum war nicht eine, weil es neulich zu blühen hatte angefangen, an der Erde lagen haeufige Schalen, diese aber waren von den Ziegen zertreten, oder von Würmern angestochen. Von diesem Orte ab musste zu Fuss gehen wegen dick Gebüsch, welches ich auch gamtz frühe anfing. Das erste was mir im Gesichte fiel, war ein Vitex der sehr grosse Krohnen hatte und voller blüthen stund, welchen ich examinirte, ein sehr angenehmer Strauch der jetzt unreife Früchte trug und sehr offte unter den Chinesischen bluhmenwerck vorgestellt wird hatt kleine runde oben Convexe hell grüne blaettchens und daschwischen schöne Orangen rothe birn so gross wie kleine Erbsen, die Mallabaren nanten es Irunbilli, ich bedaurete sehr dass ich dieser ihre blüthe nich antraf, alleine eine diesem sehr nah kommenden baum habe beschrieben in den Palliacatschen Gebürgen wo es ihm an Früchte fehlete. Zwischen diesen wuchs die Mimosa bipinnata monojuga eine schön aussehende Staude. Mein haubt gewerbe war hier wie ich in dem grossen walde zwischen 9 und 10 Uhr auskahm dass schwartze Eben holtz zu sehen, der hier auch haeufig zwischen der Menge hoch staemmiger baeume anzutreffen war; ich lies auf einigen baeumen aufklettern alleine sie funden keine blüthen, ich both 4 Dahler Silber Müntze für dem der mir blüthen schaffte auch dieses fruchtete nicht, so lies darauf einen jungen frischen baum umhauen woran ich früchte sahe, ich durchsuchte seine Krone so genau wie ich es nur konte aber vergeblich reifen Saamen aber erhielte von diesem baum, und noch besseren durch dem dass einem Vogel durch die Gedärme passiret war, und welcher nichts anders als die Schaalen und den Saamen ausgelassen, dass fleischigte der frucht aber verdaunet hatte. Ich sahe hier haeufig die vorhergemeldete Vitex art mit sehr grossen Staemmen und Krohnen, nebst noch einer andern deren blüthe viel grösser aber wenig irregulair waren, und die eine frucht hatte dass grösser war wie der Melia azederachta. Es ist ein didynamist und Rheede hat es in seinem horto malabarico Pars Vta. Tab. 2. gantz gut gezeichnet geliefert aber die Frucht hat er zu einer andern Pflantze gesetzt solche Fehler sind in Horto Malabarico nicht fremd, dem der erst gemeldete Vitex wird in eben diesen band auf der ersten Taffel vorgestellet dabey befindet sich ein blath von einem gantz andern baum von welchem ich auch glaube dass es ein Vitex ist; hier waren sie alle beyde in Mengde und neben einander, die erstere stund in blüthen und frucht, dessen früchte einem Pfefferkorn an grösse nicht viel übertrafen, jene mit denen grossen geflügelten blattstielen bekahmen jetzt laub, hatten gar keine blüthen, eine von einander stehende düne Krohnen am Stamm eine glatte Rinde, und in denen Palliacattischen Gebürgen ihre Taehler traf öffters auch diesen mit geflügelten blattstielen an, ohne blüthen aber einmahl mit Frucht, die so gross waren wie eine gantze Coffe bohne, bey der Zeichnung der Sterculiae foetidae, ist eine fremde blüthe beygesetzt, ich habe die Ehre den Herren Ritter die zusammen gehörenden blüthen und blaetterin zu senden, die Früchte davon werden von armen Leuten gegessen, und schmeckken fast süsser wie die Mandeln, alleine 2 bis 3 gegessen erregen ein starck galligtes Erbrechen; ich habe es gebehten zu versuchen in Hospitälern in der hiesigen Dyssenterie. Ich hoffe d. H. Archiater viele Kerner davon zu verschaffen in dem ich auf der Reise nach Madrass ein Ruhe hauss passiere, woselbst viele dieser baeume um einer Teich gepflantzet stehen, und jetzt die Zeit ihrer reifwerdung ist. Ich bin übrigens versichert dass die Fehler und durch dem Mahler begangen sind, worin der mühsame Herr van Rheede zu entschuldigen ist. Den andern Tag returnirte und sahe mich weiter um. Traf allenthalben grosse stammigte baeume vom Eben holtz, in diesem walde an alle aber ohne blüthen, so viel mir die Frucht vermuhten laest so glaube dass es zum Geschlecht der Diospyros gehören möchte. An einem grossen Teich fand eine Mengde von einer Art grosser baeume welche Rheede im dritten Theil seines Hort. Malab. auf der 40 und 41 Tafel vorstelt aber auch ohne blüthen, die Früchte machten ein schönes Ansehen welche so gross wie ordinaire Äpfel und mit einer rothen wolle überzogen waren, ich samlete reife Saamen und Früchte von allen Pflantzen die es hatten imgleichen alle noch vorhandene Schwaemme und Moosse, traf auch heut hier haeufig an den beschriebenen Thermes atrum welche in grosse hohe baeume ihre Nester hatten, und bestaendig bey ihren Eingängen dazu sass ein laenglichter Klumpen davor hirsche sahe hier die zum Teich kahmen ihren durst zu leschen, alleine es war sehr wenig Wasser da, eine Mengde Affen sprungen um uns herum wie ein Ast von der Vitex mit irregulairen blüthen abgehauen wurde, worin ich eine Königin der schwartzen Thermes anzutreffen wünschete darauf eilete nach der Gegend wo ich die vorigte Nacht geruhet hatte welches etwas aus der Wildniss war. Daselbst schlief mit meinen Leuten unter welche baeume, wo wir ein besuch des nachts von einem Baer hatten, der dass gespilte Wasser auflegte und friedlich zurücke ging. Mit dem Tage ging nach dem Ort wo ich meine übrige Leute und Sachen gelassen hatte, und ein starker Regen hielte mir diesen Tag inne, es war dieses dem Lande höchst nöthig, weil es in 4 Monathen gar nicht geregnet hatte, den andern Tag darauf reisete weiter zurück, ich passirte einen grossen Strohm der aus den Candischen Gebürge herkahm vermuhtete zwar einige besondere Spuren von Stein Arten anzutreffen alleine die mitfolgenden Proben werden zeigen was da zu finden war, und dass es nichts besonders enthielte.

An dem Ufer dieses Strohms traf die Volkameria scandens an, welche die höchsten Baeume ihre Spitzen überdeckte und mit ihren Blüthen zierede; ich traf die blüthen der Bignonia indica besser an in dieser Gegend und completirte meine beschreibung. Am Abend war aus der Wüsteney. Pfaune sahe haeufig im schoss einen der so schöne Federn hatte wie ich sie nie so guth gesehen. Die Untebediente treiben mit denen Schwaentzen der Pfaunen einen kleinen handel weil die Mohren es zu ihrer Pracht gebrauchen die hiesigen für andern praeferiren wegen ihrer schöneren Farbe. In einem hauss eines Unterbedienten sahe einen gantzen Theil höltzerner Becher worinne sie Wein, brantwein oder Wasser eine kurtze Zeit stehen lassen dadurch es bitter wird, ich bath diesem Mann um ob ich nicht in der naehe einen solchen baum sehen konte, welches ich sogleich erhielte, ich ging selbst zu dem baum und sahe dass es die gemeine Strychnos war, und nahe mit mir ein Stück von 1 ½ Elle lang von dem Stam, dieser Mann machte praesente mit diesen bachern an die Vornehmen, und an die Seefahrende, und ich bekahm auch einen mit zum Geschenck, ich passirete heute einen andern Weg näher am Meer Ufer, welches aus einem schnee weissen Land bestund, der meinen Augen fatal war. Erythroxylon war sehr haeufig an diesem Wege von welchen ich reife Früchte samlete, sie hatten die Gestalt der Berberissen in Schweden nur sie waren grösser, der Geschmack war süss, es hat wenig fleischigtes an sich Epidendron war in Mengde an den Palmeren Baeumen sehr wenig fand im blüthen, der reife Saamen glich dem Meel Staub. Eine Art Melothria beschrieb die an denen Staemen der Palmeren aufstieg Dolychos Urens hatte reifen Saamen aber keine blaetter noch blüthen. Eine Mengde kleiner Loranthis samlete zum Herbario der besonders auf dem Erythroxylon wuchs es hatte meist lancet kaeulen förmige blaetter, und schöne roth gelbe blüthen, diese aber habe nicht conserviren können, sondern sie zerfielen im trocknen. Eupatorium Zeylanicum wuchs haeufig zwischen denen Straeuchern bey des blüthe und Saamen waren gering zu bekommen. Eine 2te Species Murraea wuchs in denen Heckken diese hatte noch nicht Früchte, ich endigte diese Reyse nach dem es mir 8 Tage genommen hatte, ich brachte so viel als möglich war in Ordnung dass erhaltene, und 3 Tage darauf ging noch einmahl auf der Corallen Fischerey aus, wobey ich glücklicher war ich erhielte eine grosse Menge allerley Arten von Corallen, nur ihre Thiere hatten ein gar weniges leben, die Milleporae e.g. alcicornis und ein grosser Theil mehrere Arten davon, hatten alle Violet lebhafft gefarbte Spitzen, und alle Madreporen die ich hier fand waren grün, der gantze Meerboden war nichts als Corallen von allerley Art. Die neue Species von Fungites folget mit, und eine andere welche auch in dünnen Scheiben halbmondformig faelt, sie ist an Klippen angewachsen, zerbricht aber in Stückken beym abnehmen, wie der Herr Ritter aus denen Proben ersehen werden. Ich zerschlug einig grosse Madreporae Labyrinth dieser ihr inneres war angefült mit dem Mythilo Lithophago ich kan dem Herren Ritter nichts mehr melden sondern nur dass ich wohl befrachtet und sehr vielen büchern beschencket von den Herren Commandeur Rose zurück reisete unter welchen büchern der Hort. Malabar. und Rumph. Kaempfer. Die vornehmsten sind das abgehen des Schiffes heisst mich schliessen mit untertaehnigster Empfehlung zu Dero Gewogenheit ich bin lebens lang

Ewer Hoch Wohlgebohrnen
Untertaehnigst gehorsamster
Diener
König

Tranquebar 15 Febr. 1777.

Hiebey folgen 1° Ein Päckchen mit eingelegte Kraeuter in grünen Leinwand emballiret. 2° Ein Saeckchen mit Saamen darinne einige Dinge mit beygelegt, welche die freie lufft lieben. 3 ° Ein kleiner Korb darinnen einige Dinge in Spiritu Vini conservirt sind. &c.

Bey diesem brief ist beygelegt eine Copie von der Abhandlung über den Thermes Fatale, welche ich in Berlin eingebe. 2tens einige beschreibungen der gesamleten und zum theil mitfolgeden Pflantzen. N.B. Die noch fehlende werde über Engeland die Ehre haben den Herren Ritter zuzusenden. Die lange Kranckheit und der erfolgte Todt welcher gantz neulich geschah meiner Frau hat mich in grosser betrübniss versetzt, wobey ich sehr in unordnung gekommen bin. Deswegen bitte auch sehr die in Eyl geschehene Fehler mir gutigst zu verzeihen.

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